Über 40 Jahre hat es gedauert, jetzt konnten die Wettinger nach Max Knecht 1973 wieder einmal einen Grossratspräsidenten feiern. Ihr Gemeindeammann Markus Dieth (CVP) war am Nachmittag mit dem Glanzresultat von 132 Stimmen in das höchste Amt gewählt worden. Marco Hardmeier (SP, Aarau), der in Wettingen Schulleiter ist, mit 114 Stimmen zum ersten Vizepräsidenten.

Markus Dieth zum höchsten Aargauer gewählt

Markus Dieth zum höchsten Aargauer gewählt

Wie ein Profiboxer zu einem grossen Kampf zog Dieth am Spalier der Badener Spanischbrödlizunft vorbei in die Turnhalle der Bezirksschulanlage ein, wo ihm die Wettinger einen herzlichen Empfang bereiteten. «Wir wussten es immer, jetzt wissen es alle: Du bist der Beste», begrüsste OK-Präsident und Gemeinderatskollege Roland Kuster den höchsten Aargauer. Das Ehrenspalier bildeten Mitglieder der Spanischbrödlizunft, weil Dieth dort Zunftstatthalter ist.

Dieht Feier 1

Das veranlasste Brödlimeister Beni Schmid dazu, über eine in ferner Zukunft vielleicht doch wieder einmal aktuell werdende Fusion von Baden und Wettingen nachzudenken. Als Dank für seine «limmat-übergeifenden Dienste» überreichte er Dieth einen Orden mit dem Wappen der Fusionsgemeinde in spe: Aquae Helwettigae soll sie in Anlehnung an Badens römischen Namen Aquae Helveticae heissen.

Feier Dieth 2

Dieth Feier 3

Vorderhand bleibe er Wettinger und auch im Amtsjahr als Grossratspräsident Wettinger Ammann, versicherte Dieth. Er freue sich, den Wettinger Geist in den ganzen Kanton hinauszutragen: pragmatisch, schnörkellos, ehrlich und transparent. In diesem Sinne sei es sein Anliegen, dazu beizutragen, dass man im Aargau positiv und mit Vertrauen in die Politik in die Zukunft blickt.

Trockeneis und Fanfaren: So feierte Wettingen seinen neuen Grossratspräsidenten Markus Dieth

Trockeneis und Fanfaren: So feierte Wettingen seinen neuen Grossratspräsidenten Markus Dieth

Die geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Justiz und Militär feierten im «Tägi»: 400 an der Zahl, eine rekordverdächtig grosse Gesellschaft. Besonderer Ehrengast war Bundesrätin Doris Leuthard, die es sich trotz «energiegeladenem» Programm der eidgenössischen Räte in Bern nicht nehmen liess, ihrem (Partei-)Freund zur Wahl zu gratulieren.

Leuthard kam in Begleitung ihres Gatten Roland Hausin. Da der Aargau im Ruf stehe, doch eher rechtsbürgerlich ausgerichtet zu sein, habe sie das kommunistische Wahlresultat schon überrascht, meinte Leuthard. Aber ganz offensichtlich habe der gebürtige Bündner die Aargauer eben von sich überzeugt, und das sicher nicht mit «den klassischen Bündner Qualitäten im Abholen von Subventionen».

Der neue Grossratspräsident Markus Dieht (MItte) mit den beiden Vizepräsidenten, links Benjamin Giezendanner (links) und Marco Hardmeier (rechts).

Der neue Grossratspräsident Markus Dieht (MItte) mit den beiden Vizepräsidenten, links Benjamin Giezendanner (links) und Marco Hardmeier (rechts).

Den Reigen der Gratulanten führten zwischen Gerstensuppe, «Suure Mockä» und Passionsfrucht-Tiramisu Noch-Grossratspräsident Thierry Burkart, Landammann Roland Brogli, Obergerichtspräsident Guido Marbet und CVP-Fraktionspräsident Peter Voser fort. Und auch az-Verleger Peter Wanner hatte mit «Tele M1 anno dazumal» einen Sondereinsatz.