Wettingen
Für ein grüneres Wettingen: Wer 18 wird, soll einen Baum erhalten

Wenn Jugendliche volljährig werden, soll das in Wettingen künftig mit einem Baum gewürdigt werden. Das fordern zwei SP-Einwohnerräte in einem Vorstoss.

Claudia Laube
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Blick von der Lägern auf Wettingen.

Blick von der Lägern auf Wettingen.

Bild: Alex Spichale (Mai 2021)

Anfang Februar hatten im Rahmen des Projekts «engage.ch» 16 Jugendliche zusammen mit Wettinger Gemeinde- und Einwohnerräten an einem Online-Anlass ihre Wünsche diskutiert. Einer davon: eine Baumpflanzaktion. Nun erreicht ein Vorstoss den Gemeinderat, der genau das im Sinn hat, auch wenn er über eine reine Aktion hinausgehen würde: Die beiden SP-Einwohnerräte Julien Gründisch und Alain Burger fordern in einem Postulat, dass in Wettingen künftig für alle Jugendlichen, die 18 Jahre alt werden, ein Baum gepflanzt wird.

SP-Einwohnerrat Julien Gründisch tritt an den Erneuerungswahlen wieder an.

SP-Einwohnerrat Julien Gründisch tritt an den Erneuerungswahlen wieder an.

Bild: zvg

Ein Baum stehe sinnbildlich für den Kreislauf des Lebens, für Verwurzeltsein und Wachstum. «Mit dem 18. Lebensjahr beginnt das wirkliche Leben:

Jugendliche haben sich Wissen und Kompetenzen angeeignet, die es ihnen ermöglichen, als Erwachsene aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen», schreiben die beiden im Postulatstext. Die Jugendlichen würden sich beruflich entwickeln, Netzwerke bilden und einige vielleicht auch tatsächlich in Wettingen Wurzeln schlagen.

«Ein Baum für jede:n mündige:n Wettinger:in würde ein positives Signal gegenüber der Bevölkerung setzen und den bestehenden Freiraum für die Wettinger Bevölkerung aufwerten.»

Die Idee für den Vorstoss sei unabhängig von engage.ch erfolgt, sagt Julien Gründisch. Sie sei vielmehr aufgrund des räumlichen Entwicklungsleitbilds «Wettingen 2035» entstanden. «Man kann unseren Vorschlag gut mit den darin vorgesehenen Begrünungszielen verbinden», sagt Gründisch.

Alain Burger stellt sich am 26. September erneut für den Einwohnerrat zur Wahl.

Alain Burger stellt sich am 26. September erneut für den Einwohnerrat zur Wahl.

Bild: zvg

Er und Burger argumentieren im Vorstoss damit, dass mit dem Klimawandel Hitzeperioden häufiger, länger und heisser würden. Gleichzeitig steige der Bevölkerungsanteil der über 65-jährigen, und die hitzebedingten Gesundheitsrisiken nehmen zu.

In Städten und Agglomerationen wie Wettingen sei die Hitzebelastung besonders gross. Langfristig gehe es darum, den Hitzeinsel-Effekt zu minimieren und die Gemeinde so zu gestalten, dass sie auch in einem wärmeren Klima eine angenehme Aufenthalts- und Lebensqualität bietet.

Dazu benötige es genügend Freiräume mit Grünflächen und Schattenplätzen – und dafür mehr Bäume. Ausserdem wäre es eine «sympathische Geste gegenüber unseren Jungbürgerinnen und Jungbürgern, unabhängig davon, ob eingebürgert oder nicht», findet Gründisch.

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