Wettingen
In Rekordtempo vorüber: Kürzeste Sitzung für den scheidenden Einwohnerratspräsidenten

Eine halbe Stunde hat die eigentliche Parlamentssitzung gedauert, in deren Mittelpunkt insbesondere grüne Themen standen. Danach war Zeit für zahlreiche Verabschiedungen und für die Schlussfeier.

Claudia Laube
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Wurden verabschiedet: Der nicht mehr wiedergewählte Gemeinderat Markus Haas, ganz links, und der scheidende Einwohnerratspräsident Christian Pauli, ganz rechts, bei der ersten coronabedingten Sitzung im Tägi-Saal.

Wurden verabschiedet: Der nicht mehr wiedergewählte Gemeinderat Markus Haas, ganz links, und der scheidende Einwohnerratspräsident Christian Pauli, ganz rechts, bei der ersten coronabedingten Sitzung im Tägi-Saal.

Sandra Ardizzone (22. Juni 2020)

Nach gerade einmal 51 Minuten war die 32. und letzte Einwohnerratssitzung in dieser Legislaturperiode vorbei. Fast die Hälfte der Zeit fiel dabei auf Verabschiedungen. Gewürdigt wurden unter anderem der nicht mehr wiedergewählte Gemeinderat Markus Haas sowie Einwohnerratspräsident Christian Pauli (beide FDP), der die Wiederwahl ins Parlament zwar schaffte, sich aber zwischenzeitlich dazu entschieden hat, die Ratsarbeit aufzugeben.

Auch die beiden Einwohnerräte vom Forum 5430 verabschiedeten sich aus dem Parlament. Die Kleinpartei trat gar nicht mehr zu den Erneuerungswahlen im Herbst an. Fränzi Widmer und Thomas Egloff wandten sich mit einer gemeinsamen Abschiedsrede an die «Volkswillenbotschafter und Ratsmitstreiter» und verteilten zum Abschied allen ein Brötchen mit Schoggistängeli.

Danach ging es rasend schnell durch die sechs Traktanden. Einzig die Vorstösser erhoben sich jeweils, um ihre zur Entgegennahme empfohlenen Postulate und Motionen kurz zu kommentieren. WettiGrüen-Einwohnerrat Leo Scherer bedankte sich für die «aufschlussreiche Antwort» zu seiner Interpellation zum Thema Depressionen und Suizidgedanken unter Jugendlichen. Die grösste Erkenntnis daraus sei für ihn, wie wichtig die Arbeit der Schulsozialarbeit ist und dass deren Stellenprozente nicht heruntergefahren werden sollten, weil es sie brauche.

Durchschnittlich fünf Minuten pro Traktandum

Die weiteren Vorstösse kamen mehrheitlich mit grünem Anstrich daher, drei davon aus der Mitte. Einer verlangte, bei Neuanschaffungen von Fahrzeugen aller Art zwingend Modelle mit reinem Elektroantrieb in die Evaluation miteinzubeziehen. Mitte-Einwohnerrat Markus Zoller ging vertiefter darauf ein und erklärte, dass seiner Partei der Begriff der Elektromobilität in den Beschaffungsrichtlinien fehle und dieser zwingend noch aufgenommen werden solle. Erst dann könne die Partei der Entgegennahme und gleichzeitigen Abschreibung zustimmen.

Gemeindeammann Roland Kuster (Mitte) versprach daraufhin, dass Elektrofahrzeuge selbstverständlich erwähnt werden können, «damit diese nicht vergessen gehen.» Er betonte, dass bereits in der Vergangenheit, wenn es um die Beschaffung für Gemeindefahrzeuge wie zum Beispiel für die Feuerwehr ging, auch explizit eines mit Elektroantrieb geprüft und das Resultat dazu kommuniziert worden sei. «Wir haben da bewiesen, dass wir mit diesem Thema umgehen», so Kuster.

Ein weiteres Postulat der Mitte betraf die schnellstmögliche Sicherstellung von Ladestationen für Elektroautos auf Gemeindeebene. Erneut ergriff Zoller das Wort, der klarstellte, dass es bei diesem Anliegen nicht darum gehe, die Gemeinde zu verpflichten, die Ladestationen zu erstellen, sondern dass Möglichkeiten dafür geboten und dem Ansinnen keine Steine in den Weg gelegt werden sollten.

Niemand wünschte eine Diskussion

Weiter wurde auch die Entgegennahme des Mitte-Postulats für ein Pilotprojekt zur Begrünung von Bushäuschen-Dächern und eines zum Thema Fotovoltaik von der FDP diskussionslos akzeptiert. Wie auch deren Vorstoss, einmal jährlich ein einfach verständliches und grafisch aufbereitetes Informationsschreiben an die Bürger zur Finanzsituation in Wettingen zu verschicken.

Nach der kürzesten Sitzung in der Amtszeit des scheidenden Einwohnerratspräsidenten stiessen Gemeinderat und Parlamentsmitglieder an der Legislaturschlussfeier bei Bier, Glühwein und Grilladen zwischen den Tägi-Eisfeldern an.