Wettingen
Wettingen trotz steigender Spitalkosten mit schwarzen Zahlen

Der Wettinger Gemeinderat präsentiert für 2012 ein Budget mit schwarzen Zahlen. Die Spitalkosten belasten zwar die Gemeindekasse, trotzdem will Wettingen am Steuerfuss von 89 Prozent festhalten

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Bahnhofplatz in Wettingen wird 2012 für mehrere Millionen saniert

Bahnhofplatz in Wettingen wird 2012 für mehrere Millionen saniert

Martin Rupf

«Unser Budget enthält trotz der Spitalfinanzierung schwarze Zahlen», kommentiert Gemeindeammann Markus Dieth den Voranschlag für das Jahr 2012. Die Gemeinde erwartet einen um rund 6,9%, auf 107,7 Millionen Franken steigenden Umsatz. Der Gemeinderat will am Steuerfuss von 89% und den Pflichtabschreibungen von 9% festhalten. Beim Nettoaufwand wird von einer Erhöhung auf 51,2 Millionen Franken ausgegangen. Darin enthalten sind Besoldungsanpassungen von maximal 1,5 Lohnprozenten.

Die Kosten steigen jedes Jahr

Sorgen bereiten dem Gemeinderat die Gesundheitskosten. Die Beiträge an die Defizite der Kantonsspitäler und der Krankenheime steigen im Vergleich zu 2011 um rund 2,34 Millionen auf 5,86 Millionen Franken. Sie gehören, wie die Beiträge an die Lehrerbesoldungen oder den öffentlichen Verkehr zu den Gebundenen Ausgabe, die den Gemeinden vom Kanton überwälzt werden (siehe «Kennzahlen Budget 2012»). Die Aufgaben- und Lastenverteilung zwischen Gemeinden und Kanton werde neu analysiert, sagt Dieth, der in einer Arbeitsgruppe mitwirkt, denn: «Wir müssen eine Lösung finden.» Trotzdem will er eine Steuerfusserhöhung für die Jahre 2013 oder 2014 nicht ausschliessen, wenn die gebundenen Ausgaben weiterhin steigen.

Noch sprudelt die Steuerquelle

Erstmals sollten der Gemeinde mehr als 50 Millionen Franken an Einkommens- und Vermögenssteuern zufliesen . Basierend auf den kantonalen Prognosen entspricht dies einem um 3,5% höheren Ertrag gegenüber dem laufenden Jahr. Finanzverwalter Martin Frey bezeichnet das zwar als optimistisch, ist aber überzeugt, dass dies erreicht werden kann: «Aufgrund der vorliegenden Zahlen dürften die prognostizierten Steuereinnahmen um 3% übertroffen werden.» Bei den juristischen Personen wurde ein Zuwachs von 2% veranschlagt.

Beim Bahnhof wird investiert

2012 plant die Gemeinde netto rund 9,123 Millionen Franken zu investieren. Dabei ist das Bahnhofquartier eindeutig Schwerpunkt der Vorhaben. Für rund 2,9 Millionen Franken sollen der Bahnhofplatz neu gestaltet und die Perronzugänge hindernisfrei gestaltet werden. Wie das westlich gelegene Areal künftig genutzt werden kann, wird noch geplant. Weitere Projekte, an denen gearbeitet wird, sind die S-Bahn-Haltestelle Tägi, das Freiraumkonzept und die Testplanung Landstrasse. «Es ist wichtig, dass wir die Entwicklung planen, die Gemeinde darf nicht stillstehen», sagt Dieth. Von den 9,123 Millionen können 3,795 Millionen selber finanziert werden, was einem Eigenfinanzierungsgrad von 41,6% entspricht. Um die fehlenden rund 5,3 Millionen zu bezahlen, wird die Gemeinde ihre Schulden erhöhen müssen. Für Finanzverwalter Frey ist das zwar eine bescheidene Eigenfinanzierung, aber er hält fest, dass Wettingen in den letzten Jahren durchschnittlich netto rund 8 Millionen Franken investiert habe.

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