Wettingen
Viele schlaue Kinder: Wettingen braucht dringend mehr Schulraum für die Bezirksschule

Auf das neue Schuljahr rechnet die Gemeinde an der Bezirksschule mit über 100 Schülerinnen und Schülern mehr – ein Provisorium muss her. Der dazugehörige Kredit von 1,3 Millionen Franken wird dem Einwohnerrat im März vorgelegt.

Claudia Laube
Drucken
Teilen
2022 soll die Bezirksschule mit einem Neubau ergänzt werden.

2022 soll die Bezirksschule mit einem Neubau ergänzt werden.



Claudia Laube

Die Anzahl Schülerinnen und Schüler an der Bezirksschule Wettingen, die nicht nur aus dem Dorf stammen, sondern auch aus Würenlos und Neuenhof, steigt stärker, als bisher angenommen. Das sei zwar super, führe aber dazu, dass die Bezirksschule nun schneller als geplant den Schulraum erweitern muss, sagte Gemeinderat und Bauvorsteher Martin Egloff (FDP) an einer Medienorientierung am Montag. Der Einwohnerrat wird daher an seiner nächsten Sitzung am 11. März über ein Kreditbegehren von 1,3 Millionen Franken entscheiden, das einem Provisorium auf dem Pausenplatz den Weg ebnen soll.

Gemeinderat Martin Egloff ist in Wettingen für das Ressort Bau zuständig.

Gemeinderat Martin Egloff ist in Wettingen für das Ressort Bau zuständig.

zvg

Mit diesem Kredit soll auf das neue Schuljahr 2021/22 ein doppelstöckiger Container aus Stahl finanziert werden. Installation und Miete sind im Kredit mit 550 000 Franken veranschlagt, die Ausstattung der Klassenzimmer sowie neue Fahrradunterstände mit 470 000 Franken. Auch das sanierungsbedürftige Bezirksschulhaus soll vom Kredit profitieren: 290 000 Franken würden in kleine Umbauten gesteckt – «eine Art Vorinvestition», erklärte Egloff weiter.

Neuer Anbau muss rasch realisiert werden

Die Bezirksschule besteht seit 1956, wurde 1976 mit einem Neubau ergänzt und zuletzt im Jahr 2006 instandgestellt. Das Dach der Turnhalle kam 2019 in die Schlagzeilen, weil es undicht war und das hereintropfende Wasser mit einem Eimer aufgefangen werden musste. Dieser Missstand ist inzwischen behoben, doch es braucht weitere Umbauarbeiten. Ausserdem ist ein Erweiterungsbau geplant, der bereits im Sommer 2022 bezugsbereit sein soll – bis dann soll das Provisorium wieder weg sein. Über den Kredit für den Erweiterungsbau wird der Einwohnerrat im Juni abstimmen. Der Altbau soll bis spätestens 2024 instandgesetzt sein.

Im aktuell laufenden Schuljahr kommen 476 Bezirksschülerinnen und -schüler aus Wettingen und etwa 60 aus Würenlos und Neuenhof. Über die letzten Jahre hat sich der Anteil der Wettinger Schüler von rund 39 auf 47 Prozent erhöht, in Neuenhof auf 39 und in Würenlos auf 45 Prozent. Gegenüber der Prognose für das Schuljahr 2019/20 sei die Schülerzahl ab dem neuen Schuljahr um über 100 Schülerinnen und Schüler höher.

Würenlos und Neuenhof beteiligen sich nach einem vorgegebenen Schlüssel an den Kosten, schreibt der Gemeinderat im Kreditbegehren. «Das zu bezahlende Schulgeld wird jedes Jahr auf Basis der Investitionen, welche Wettingen tätigt, neu berechnet», sagte Bildungsvorsteher Sandro Sozzi (CVP), der ebenfalls an der Medienkonferenz anwesend war. «Damit ist sichergestellt, dass sich die Kosten im angemessenen Rahmen fair verteilen.» Aktuell wird mit Würenlos und Neuenhof eine Leistungsvereinbarung ausgearbeitet, welche die weitere Zusammenarbeit sicherstellen soll.

Auch Lehrplan 21 erfordert mehr Räumlichkeiten

Gemeinderat Sandro Sozzi ist für das Ressort Bildung verantwortlich.

Gemeinderat Sandro Sozzi ist für das Ressort Bildung verantwortlich.



zvg

Doch nicht nur das rasche Schülerwachstum macht neuen Schulraum nötig, sondern auch der Lehrplan 21, der seit letztem Sommer in Kraft ist. Fächer wie Textiles und Technisches Gestalten sowie Natur und Technik nehmen mehr Raum ein. So fallen wegen letzteres Fachs gleich zwei Klassenzimmer weg. Aber auch weil es ab dem neuen Schuljahr fünf Schulklassen mehr sind, braucht es acht neue Zimmer. Zudem werden vier Grossgruppenräume und ein Lehrervorbereitungsraum benötigt.

Es seien hierfür nicht nur die nun vorliegende Containerlösung, sondern auch bereits bestehende externe Räumlichkeiten geprüft worden, sagte Sozzi. Das sei aber vor allem für eine Bezirksschule schwierig zu bewerkstelligen: «Wir haben für jedes Fach eine spezialisierte Lehrperson, was dazu führt, dass Räume häufiger gewechselt werden müssen.» Es sei wichtig, dass die Klassen rasch den Raum wechseln können und in den wenigen Minuten, die sie dafür haben, keine zu grossen Distanzen absolvieren müssen. Für das Provisorium werde aber in Kauf genommen, dass der Basketballplatz ein Jahr lang nicht genutzt werden kann.

Aktuelle Nachrichten