Budget 2015
Wettinger Gemeinderat will Steuerfuss auf 95 Prozent erhöhen

Das Wettinger Budget 2015 zeigt einen anhaltend hohen Investitionsbedarf, deshalb werden die Schulden steigen.

Dieter Minder
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Wettingen Budget 2015 Grafiken
10 Bilder
Übersicht ER funktionale Gliederung
Entwicklung Steuerertrag Budgetvergleich und Steuerfuss
Budgetkennzahlen
Vergleich Belastbarkeit und Nettoaufwand
Entwicklung Abschreibungen und Nettoinvestitionen
Entwicklung Nettoschuld und Fremdkapitalzinsen
Entwicklung des Personalaufwands
Lohnentwicklung Wettingen
Verwaltungsaufwand pro Einwohner im Vergleich mit Referenzgemeinden

Wettingen Budget 2015 Grafiken

ZVG/NCH

Die für die Einwohner wichtigste Kennzahl des Budgets 2015 ist der Steuerfuss: Er soll von heute 92 auf 95 Prozent steigen. «Diese Erhöhung haben wir seit Jahren angekündigt, sie ist ein wichtiger Bestandteil unserer langfristigen Finanzplanung», betont Gemeindeammann Markus Dieth.

Die Gemeinde ist auf das Geld angewiesen, um den Betrieb zugunsten ihrer Einwohner aufrechterhalten zu können und zu investieren. Mit dem Budget 2015 gelingt dies ohne Verluste, obwohl der Kanton mit dem Harmonisierten Rechnungsmodell 2 (HRM 2) dies gestatten würde. Die Verluste könnten dem Eigenkapital belastet werden.

«Wir streben immer ein ausgeglichenes Budget an», sagt Finanzverwalter Martin Frey. Der Umsatz liegt mit 110 Millionen Franken um rund 0,68 Prozent oder 750 000 Franken über dem Wert dieses Jahres. Die Steuerfusserhöhung um 3 Pozentpunkte bringt der Gemeinde rund 1,5 Millionen Franken mehr in die Kasse.

Bei den Löhnen sieht der Gemeinderat eine Anpassung um 1,5 Lohnprozente vor. Im letzten Jahr hatte es eine Nullrunde gegeben.

Vergleich spricht für Wettingen

2015 sollen über 30 Prozent der Ausgaben in die Bildung fliessen. Mit 22 Prozent ist die Soziale Wohlfahrt der zweitgrösste Ausgabenposten. An dritter Stelle, mit 14 Prozent, folgt die Allgemeine Verwaltung. Dabei ist Wettingen günstig, wie der Verwaltungsaufwand pro Einwohner im Vergleich mit Aarau, Baden, Brugg, Lenzburg und Oftringen zeigt. Die Statistik weisst aus, dass Wettingen seit 2009 mit dem Verwaltungsaufwand immer unter den Referenzgemeinden lag (siehe Grafik). Allerdings nähert sich Wettingen dem Durchschnitt an.

In die Zukunft investieren

In Wettingen wird stark investiert, einerseits in den Unterhalt der bestehenden Infrastruktur anderseits in Neubauten. «Die Steuerfusserhöhung ermöglicht uns, die anstehenden Investitionen zu tragen», sagt Dieth.

Die grössten Posten im kommenden Jahr sind das neue Schulhaus Zehntenhof für 11,5 Millionen Franken, die Aufstockung der Schulhäuser Margeläcker für 3,2 Millionen Franken, die neue Turnhalle Margeläcker für 1 Million Franken, die Sanierung des Tägi für 2,5 Millionen Franken sowie Strassensanierungen für 6,5 Millionen Franken.

In einigen Fällen, wie dem Tägi oder der Turnhalle Margeläcker handelt es sich um die 2015 anfallenden Teilbeträge der gesamten Kredite. Mit 23 Prozent bleibt der Eigenfinanzierungsgrad der Investitionen gering. Der Gemeinderat ist aber der Ansicht, dass dies angesichts des hohen Investitionsbedarfes akzeptiert werden kann.

Flexible Verschuldung

Um ihre Investitionen zahlen zu können, muss die Gemeinde Geld aufnehmen. Das hat zur Folge, dass die Fremdkapitalzinsen um rund einen Drittel auf 942 000 Franken steigen (siehe Grafik). «Die momentane Zinssituation kommt uns deshalb höchst gelegen», sagt Finanzverwalter Frey. Um diese auszunutzen, werden die Schulden intensiv bewirtschaftet.

«Wir wollen künftig rund einen Drittel kurzfristiges Kapital aufnehmen», sagt Frey. Damit erhält die Finanzverwaltung genügend Flexibilität, um günstige Zinskonditionen ausnützen und auch bei einer allfälligen Zinssteigerung reagieren zu können.

Bestandteil des Budgets ist erstmals der Finanzplan 2014 bis 2018. Bisher wurde der Finanzplan dem Einwohnerrat jeweils separat unterbreitet. Das strategische finanzpolitische Ziel des Gemeinderates ist ein grösserer finanzieller Handlungsspielraum, eine Schuldenreduktion und eine Reduktion des Steuerfusses. «Dies ist jedoch erst nach der intensiven Investitionsphase möglich», schreibt der Gemeinderat.

Einwohnerratssitzung: 16. Oktober, 19 Uhr, Rathaussaal.