975 Jahre

Wettinger Jubiläumsfeier «Atmosphäre» vor dem Aus – Veranstalter zögern noch

Da war die Welt noch in Ordnung: Wettingens Gemeindeammann Roland Kuster (l.) und das OK-Präsidium mit Paul Koller und Ursula Oeschger taufen den «Atmosphäre»-Bus.

Da war die Welt noch in Ordnung: Wettingens Gemeindeammann Roland Kuster (l.) und das OK-Präsidium mit Paul Koller und Ursula Oeschger taufen den «Atmosphäre»-Bus.

Das OK des Wettinger Festes bereitet alle Beteiligten auf Absage vor. Aus rechtlichen Gründen wird aber der Bundesratsbeschluss abgewartet.

Die Gemeinde Wettingen feiert in diesem Jahr ihr 975-jähriges Bestehen. Vom 14. bis 23. August sollte die zehntägige Jubiläumsfeier «Atmosphäre» stattfinden. Doch in Zeiten, in denen selbst das Münchner Oktoberfest mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro abgesagt wird, steht es auch um den Wettinger Anlass mit einem Budget von rund 4,5 Millionen Franken schlecht.

Diesen Eindruck bestätigt nun ein gemeinsames Schreiben des OK-Präsidiums und von Gemeindeammann Roland Kuster (CVP) an alle Beteiligten der Jubiläumsfeier. In der Mitteilung steht: «Wir sind im OK einstimmig der Meinung, dass nach heutigem Wissen zu Covid-19 und der Entwicklung der Situation in der Schweiz, ein solcher Grossanlass Mitte August nicht durchgeführt werden kann.» Dafür gebe es zwei Gründe: «Erstens wird es aus gesundheitlicher Sicht kaum möglich sein, dass in diesem Sommer 250'000 Menschen während zehn Tagen auf engstem Raum zusammen feiern können. Und zweitens wird in einer solch schwierigen Zeit wohl keine Feststimmung aufkommen.»

Angst vor finanziellen Forderungen

Für eine definitive Absage sei es aber noch zu früh. Das hat vor allem juristische Gründe. Die Verantwortlichen teilen mit: «Auch wenn wir schweren Herzens davon ausgehen, dass ‹Atmosphäre – 975 Jahre Wettingen› abgesagt werden muss: Die rechtlichen Rahmenbedingungen lassen derzeit eine solche Absage nicht zu.» Ohne klares Verbot des Bundes laufe das Fest Gefahr, Forderungen verschiedener Anspruchsgruppen begleichen zu müssen, was die finanziellen Möglichkeiten übersteigen würde. «Dieses grosse Risiko dürfen wir für uns alle nicht eingehen.» Finanzielle Verluste werde es sowieso geben, sie sollen aber im Rahmen bleiben. Die Situation sei für alle ungewöhnlich und vieles rechtlich unklar.

Das OK hat seit Beginn des Lockdowns alle nicht dringend anstehenden Arbeiten zurückgestellt, damit keine Leerläufe und unnötigen Kosten entstehen. Das OK bittet nun auch alle Involvierten und die Lieferanten, ihre Arbeiten zurückzustellen. «Wir hoffen alle, dass der Bundesrat baldmöglichst seinen Entscheid zu den Grossanlässen fällen wird. Umgehend danach werden auch wir offiziell Stellung beziehen», so das OK.

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