Es riecht muffig im Keller des Kindergartens Kreuzzelg 2 in Wettingen. Seit bald 20 Jahren lagern hier Alltags- und Landwirtschaftsobjekte. Ein gelbes Postvelo aus den 1940er-Jahren, ein fast 200-jähriger Grenzstein von Würenlos, ein Nachtstuhl mit eingebautem Nachttopf, ein Miniatur-Übungs-Set mit Kelch und Glöcklein für Ministranten, eine Fotogalerie des Wettinger Männerchors von 1912 und die leere Flasche «Aufstiegs-Wy» von 1981/82, als der FC Wettingen in die Nationalliga A aufgestiegen war.

Diese kleine Kulturgütersammlung der Gemeinde Wettingen enthält einige Hundert Objekte. Sie ist im Kontext der Ausstellungen entstanden, die Eugen Meier und die Kulturgüterkommission in den 1980er- und 1990er-Jahren veranstaltet haben.

«Weiterführung hat keinen Sinn»

Doch damit soll jetzt Schluss sein. «Es hat keinen Sinn, die Sammlung weiterzuführen», sagt Bruno Meier, Mitglied der Kulturkommission Wettingen. Die Ausstellungs- und Sammeltätigkeit sei in den letzten Jahren eingestellt worden, erklärt der Historiker. Der Gemeinderat hat deshalb, auf Antrag der Kulturkommission, beschlossen, die Sammlung aufzulösen.

Die Sammlung sei von Beginn weg als Fundus gesehen worden, um Ausstellungen bestücken zu können. «Die Einrichtung eines Ortsmuseums stand nie zur Debatte und wird mit der aktuellen Sammlung auch nicht möglich sein», sagt Meier bestimmt.

In den 1960er-Jahren begannen viele Gemeinden mit dem Sammeln von Objekten, die dann in einem Dorfmuseum untergebracht wurden. «Doch dafür braucht es immer Initianten, die gab es offenbar in Wettingen damals nicht», sagt Meier. Er erklärt sich das so: «Wettingen wuchs damals stürmisch, da waren andere Dinge wichtiger.»

Wertvolle Objekte aufbewahren

Es gebe zwar 40 bis 50 wertvolle Objekte, die man aufbewahren müsse, aber viele seien auch wertlos. «Ein einzelnes Objekt wird erst spannend, wenn man eine Geschichte dazu hat», sagt Meier.

Die Sammlung wird nicht einfach liquidiert, sondern ist unter Beizug von Studierenden der Universität Basel analysiert und dokumentiert worden. Die Donatoren und Leihgeber wurden schriftlich über die Auflösung informiert. Gewisse Objekte sollen in das Gemeindearchiv, andere in das Historische Museum Baden überführt oder Ortsmuseen der Region angeboten werden. Kommentar rechts