«Happy Day»

Wettinger Neu-Millionärin ganz bescheiden: «Vielleicht kaufe ich mir eine Jacke»

Cornelia Palumbo und das Los, das sie um eine Million reicher macht.Renate Geisseler

Cornelia Palumbo und das Los, das sie um eine Million reicher macht.Renate Geisseler

Die Wettingerin Cornelia Palumbo sagt, wieso sie sich vom Millionengewinn kaum etwas leistet und kündigen kein Thema ist.

Während Hunderttausende Lottospieler im Land vom Rekordjackpot träumen, ist ihr Traum vom grossen Los bereits in Erfüllung gegangen. Cornelia Palumbo, 58 Jahre alt, Wettingerin, Kauffrau – und seit einer Woche Millionärin. In der SRF-Sendung «Happy Day» hat sie den Hauptpreis, eine Million Franken, gewonnen. Ihr Leben stelle sie deswegen aber nicht auf den Kopf, sagt sie im Interview.

Frau Palumbo, vor einer Woche haben Sie bei «Happy Day» eine Million Franken gewonnen. Was hat sich für Sie verändert?

Cornelia Palumbo: Nicht viel. Ich bin am Montag ganz normal zur Arbeit gegangen. Meinen Job zu kündigen, ist nie ein Thema gewesen. Ich habe ein paar Telefonanrufe mehr erhalten und ein paar Hände mehr geschüttelt als sonst. Die Reaktionen fielen sehr positiv aus, das freut mich.

Das tönt nicht so, als würden Sie künftig einen ausschweifenden Lebensstil pflegen.

Ich bleibe auf dem Boden und werde nicht in Gefahr laufen, abzuheben. Das ist einfach nicht meine Art. Schon als Kind war ich eine Sparerin. Zum Jugendfest habe ich jeweils von meinen Eltern zwei Franken erhalten. Nach Hause gekommen bin ich dann mit fünf Franken, weil mir Bekannte Münzen zugesteckt hatten. Ich habe das Geld lieber ins Kässeli getan, als mir davon etwas zu kaufen. Aber natürlich ist es ein beruhigendes Gefühl, einen so hohen Betrag auf dem Konto zu haben. Ich denke, ich kann damit gut umgehen.

Was werden Sie mit der Million machen?

Eines meiner ersten Telefonate nach dem Gewinn führte ich mit der Bank, um zu besprechen, wie ich das Geld am besten anlege. Sicher werde ich in die Pensionskasse einzahlen, weil ich in einigen Jahren ins Pensionsalter komme. Schliesslich muss man nicht nur heute leben können.

Sie wollen in Rumänien spenden. Warum gerade in diesem Land?

Mein Vater wurde dort geboren. Seit ich in den 90er-Jahren in Rumänien war, bin ich immer wieder zurückgekehrt. Es sind schöne Freundschaften entstanden. Zweimal im Jahr bin ich vor Ort, weil die Stiftung, für die ich arbeite, in Rumänien eine Kindertagesstätte unterhält. Das Land ist sehr arm, ich könnte mir gut vorstellen, Familien zu unterstützen, die ich kenne. Doch konkrete Pläne habe ich noch nicht.

Haben Sie vom gewonnenen Geld schon etwas ausgegeben?

Bis jetzt nicht.

Machen Sie sich selbst ein Weihnachtsgeschenk?

Nein. Vielleicht kaufe ich mir eine neue Jacke, aber die hätte ich ohnehin gebraucht.

Grosse Gewinne wecken Begehrlichkeiten bei anderen Personen. Haben Sie Bettelbriefe erhalten?

Erst einen, der ist aber sogleich im Papierkorb gelandet. Eine wildfremde Person hat mir geschrieben, inklusive Kontonummer. Als alleinerziehende Mutter habe ich selbst harte Zeiten durchgemacht, doch ich wäre nie auf die Idee gekommen, jemanden um Geld anzubetteln. Als Rappenspalterin habe ich mich zudem gefragt, warum der Brief A- und nicht B-Post verschickt worden ist.

Am Wochenende tragen Sie Zeitungen aus. Werden Sie das trotz grossem Gewinn weiterhin tun?

Ja, das kann ich den Lesern und der az doch nicht antun (lacht). Vorerst werde ich weiterhin um 4.45 Uhr aufstehen, um Zeitungen zu verteilen. Ich mache das schon mindestens 15 Jahre, vermutlich über 20 Jahre. Im Winter ist es hart, doch im Sommer gibt es nichts Schöneres, als den Tag erwachen zu sehen. Einige Abonnenten sagten mir letzten Sonntag, sie hätten es auch verstanden, wenn sie ausnahmsweise keine Zeitung im Briefkasten gehabt hätten. Doch mir wäre nie in den Sinn gekommen, einfach im Bett zu bleiben – auch wenn die Nacht sehr kurz war (lacht).

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