Der Himmel zeigt sich in schönstem Blau; die Sonne bescheint die Wiese hinter der reformierten Kirche in Wettingen so, dass sie in sattem Grün leuchtet. Welch ein Tag! Passend zu Ostern und den damit verbundenen Assoziationen an Hasen, Küken, Eiern aus Schokolade und Eiern zum «Tütschen». Ostern ist aber weit mehr – schon schieben sich mit Macht der Karfreitag, Jesus Christus’ Tod sowie seine Auferstehung ins Bewusstsein. Anders als Weihnachten, gilt Ostern manchen Menschen als schwieriges Fest.

Pfarrerin Kornelia Baumberger nickt, als ob sie die Gedanken ihres Gegenübers gelesen hätte: «Karfreitag und Ostern bedingen einander. Man kann Ostern nicht feiern, ohne das Leid zu sehen. Leid und Hoffnung liegen beim fundamentalen Fest der Christen dicht beieinander.» Weshalb ist denn vor allem der Gedanke an den schmerzlichen Karfreitag – die Kreuzigung Christi – so stark? «Ja, weswegen interessiert das Leid oft mehr als die Freude», fragt Kornelia Baumberger zurück. «Dabei ist es so wichtig, sich zu freuen und glücklich zu sein. Ostern ist eine Einladung, sich auf den Weg zu begeben.»

Leid birgt stets Hoffnung

Anders gesagt: Leid birgt stets Hoffnung – und damit Freude. Und das, so die Pfarrerin, können jene erfahren, die Gemeinschaft erleben und von dieser getragen werden – etwa an einer Beerdigung. «Doch es fällt der Kirche nicht einfach, das Erlebnis von Gemeinschaft zu vermitteln», sagt Kornelia Baumberger, «die Menschen suchen zwar sehr wohl Gemeinschaft, jedoch an vielen anderen Orten als in der Kirche. Heute kann man ja unglaublich vieles wählen, somit auch die Gemeinschaft.»

Natürlich könne auch eine temporäre Gemeinschaft Halt und Kraft geben, meint die Pfarrerin. Sie spricht aber von kirchlicher Gemeinschaft, die durch ihre Tradition Menschen vereint, «die ihre Erfahrungen mit dem Glauben gemacht haben.» Dazu gehöre das Wissen, dass Leid und Hoffnung verschwistert seien. So reife man am Leben sagt Kornelia Baumberger: «Ostern ist ein Fest. Denn es zeigt das Leben in seiner ganzen Fülle. Ostern bedeutet für jeden von uns: Ich bin mit dem Leben verbunden.» Für Pfarrerin Kornelia Baumberger ist Ostern jedenfalls ein wunderbares Zeichen, dass sich die Welt verändern wird und auf den Karfreitag anspielend, sagt sie: «Der Tod hat nicht das letzte Wort.»

Ostern (Auswahl)

Neuenhof, Karsamstag, 7. April, 20 Uhr: Osternachtfeier mit Abendmahl, Pfr. Max Heimgartner.

Wettingen, Ostern, 8. April, 9.30 Uhr: Mit Abendmahl, Pfr. Lutz Fischer-Lamprecht, anschliessend Kirchenkaffee.