Baden
Who's Panda macht Kehrtwende: „Mit diesem Album haben wir uns gefunden“

Die Badener Band Who’s Panda taufte am Freitagabend im Royal auf spektakuläre Weise ihr drittes Studioalbum «Quiet Man». Damit beschreiten die fünf Jungs eine neue Stilrichtung.

Salomé Meier
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Nicht nur musikalisch orientiert sich Frontsänger Valentino Scussel an den späten 70ern
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Who’s Panda hat auf spektakuläre Weise ihr drittes Studioalbum «Quiet Man» im Royal getauft
Gleich drei Mal regnete es Papierschnipsel-Regen
Eine richtige Plattentaufe erst mit dem dazugehörigen Papierschnipselregen
Zeitreise; Vintage Disco nennen Who's Panda ihre neue Stilrichtung
Zum Geburtstag des Schlagzeugers Pascal Maibach zündeten die Besucher Wunderkerzen an
Who's Panda
Ein Mensch für die Bühne; Sänger Valentino Scussel
Bluesrock und 70er Disco Einflüsse prägen das neue Album von Who's Panda

Nicht nur musikalisch orientiert sich Frontsänger Valentino Scussel an den späten 70ern

Salomé Meier

Schon bei den ersten Klängen, die durch das ausverkaufte Royal schwingen, wird klar: Diese Platte ist anders. «Quiet Man» heisst der Song, der stilbildend werden sollte für das gesamte dritte Album der fünf Badener. Das Lied setzt mit präzisen Keyboardakkordanschlägen ein, Samples und E-Drums treten hinzu, die an Discomusik der späten 70er-Jahre erinnern.
Frontsänger Valentino Scussel hält das Mikrofon eng umfasst und nahe an den Mund. Er trägt eine runde Sonnenbrille und Béret. Die Worte hauchend, wie gesprochen zuerst, werden immer melodischer. Zwei Backgroundsängerinnen wiederholen jeweils eine Oktave höher die Vers-Enden. Gitarre und Bass kommen hinzu, das Lied gewinnt an Geschwindigkeit und mit dem Refrain erreicht es wieder jene Rock ’n’ Roll-Note, für die Who’s Panda bekannt ist.

«Quiet Man»: eine Kehrtwendung

«Vintage Disco» nennen die Jungs die neue Stilrichtung, die sie mit ihrem dritten Album beschreiten. «Haben wir uns früher stärker an anderen Bands und Musikern orientiert, ist dies wohl unser ‹eigenstes› Album, das wir bisher gemacht haben», so Valentino Scussel. «Quiet Man» ist eine Kehrtwendung nach innen und das spürt man. Das Lied entstand im Sommer 2015 auf einer zweiwöchigen Auszeit in einem alten Bauernhaus im Appenzell und prägte sämtliche Lieder, die nachfolgen sollten. Im Appenzell entstanden auch die Hitverdächtigen «Crimson Sky» und «Run Run». Die Lyrics in diesen Liedern sind überlegter, tiefer und handeln nicht mehr nur von «pretty women» (God Bless them pretty women, 2014) sondern von Liebesschmerz, Veränderungen und Selbstreflexion.

Mit ihrem dritten Album hat sich die Band neu erfunden und einen unverwechselbaren Stil erhalten, gleichzeitig bliebt sie ihren Rock ’n’ Roll-Wurzeln und ihrer spektakulären Bühnenpräsenz treu. «Mit der Plattentaufe wollen wir im Royal das grösste Rock ’n’ Roll-Happening veranstalten, das Baden je gesehen hat», behaupteten die Jungs kurz vor dem Konzert selbstbewusst. Nicht einmal, nicht zweimal, sondern ganze drei Mal regnete es deshalb glänzende Papierschnipsel von der Decke, Wunderkerzen wurden im Publikum verteilt und angezündet und nach mehreren Zugaben stand der Sänger zum Schluss des Konzerts wieder einmal oben ohne da. Ziel erreicht, könnte man sagen.

Nach einer erfolgreichen Plattentaufe stehen nun einige ausgewählte Klubauftritte in der Schweiz, Deutschland, Österreich und England auf dem Programm und im Sommer wird der Fünfertrupp wohl auf so einigen Festivalbühnen tanzen, bestätigt wurden die Jungs etwa kürzlich für die Waldbühne am Gurten Festival in Bern.

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