Siggenthaler Feld

Widerstand gegen Veloautobahn: FDP-Einwohnerrat reicht Postulat ein

Dieser Feldweg im Siggenthal soll Teil der Velovorzugsroute werden. Das Naherholungsgebiet müsse geschützt werden, verlangt Einwohnerrat Peter Marten.

Dieser Feldweg im Siggenthal soll Teil der Velovorzugsroute werden. Das Naherholungsgebiet müsse geschützt werden, verlangt Einwohnerrat Peter Marten.

Der vom Kanton geplante Velo-Highway im Ostaargau dürfe nicht durch das Siggenthaler Feld führen, so die Forderung eines FDP-Politikers.

Sieben bis acht Prozent der Wege werden im Aargau derzeit mit dem Velo zurückgelegt. Das soll sich ändern: Der Kanton will den Veloanteil in der Region vom Limmattal bis Brugg bis ins Jahr 2040 verdreifachen.

Dafür sollen insgesamt rund 140 Millionen Franken investiert werden. Geplant ist eine Velovorzugsroute: Sie soll von Spreitenbach und Neuenhof über Baden, Siggenthal und Turgi nach Windisch bis ins Zentrum von Brugg führen. Ein weiterer Ast wird von Baden nach Dättwil führen (AZ vom 29. April).

Aus Obersiggenthal sind nun kritische Töne zu hören. FDP-Einwohnerrat Peter Marten hat ein Postulat eingereicht, das alternative Routenführungen verlangt. «Gemäss ersten Informationen soll die Routenführung quer durch das Siggenthaler Feld führen, der bestehende einfache Feldweg soll ausgebaut werden. Das Siggenthaler Feld ist einerseits ein Naherholungsgebiet, andererseits aber auch ein für unsere Landwirtschaft wichtiges Gebiet.»

Zudem sei es eine der letzten grünen Inseln im Siedlungsgürtel und trenne so zum Beispiel Unter- und Obersiggenthal. Peter Marten fordert darum: Der Gemeinderat soll Vorkehrungen treffen, dass dieses Naherholungsgebiet weiterhin und unverändert bestehen bleibt. Er soll dem Kanton alternative Routenführungen, die das Siggenthaler Feld nicht zusätzlich belasten, vorschlagen beziehungsweise einfordern. Und der Gemeinderat soll sich dafür einsetzen, dass die Belastung durch diese neue Verkehrsachse absolut minimal sei.

Die Verkehrsbelastung in Obersiggenthal werde wegen der geplanten Massnahmen im Zusammenhang mit der Ostaargauer Strassenentwicklung (Oase) zunehmen. Entlastungsmassnahmen wie Velovorzugsrouten seien zwar grundsätzlich positiv, dürfen aber nicht zulasten von Naherholungsgebieten und einzelnen Gemeinden gehen, so Peter Marten. Die Bedeutung des Siggenthaler Felds sei vielfältig, dessen Schutz kein Selbstläufer. «Es braucht frühzeitig ein klares Bekenntnis der Gemeinde, dass das Siggenthaler Feld geschützt wird.»

Auf den Velo-Highways ist nicht die Schnelligkeit das primäre Ziel, sondern Direktheit, ungestörter Fahrfluss und Sicherheit. Auf den Velovorzugsrouten soll es möglichst wenige Hindernisse wie Kreuzungen mit langen Wartezeiten, unnötige Halte, Engstellen oder Randsteine geben. Radfahrer werden auf dem Highway so oft wie möglich Vortritt haben.

Die Route soll breit genug sein, damit Velos und E-Bikes gut aneinander vorbeikommen. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons will Verbesserungen am Velonetz sowie die Vorzugsrouten zügig angehen. Erste, kleinere Projekte sollen bereits vor dem Jahr 2025 umgesetzt werden.

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