Forderungen

Wie Baden velofreundlicher werden soll

Die Velostation steht – werden nun Lücken im Radwegnetz geschlossen?

Die Velostation steht – werden nun Lücken im Radwegnetz geschlossen?

Der Stadtrat will ein sicheres und attraktives Wegnetz – Organisation «Pro Velo» hat bereits konkrete Forderungen.

Baden gilt als wenig attraktiv für Velofahrer. In Städterankings resultiert meist ein Platz weit hinten. In der neuesten Rangliste von Pro Velo Schweiz aus dem Jahr 2018 taucht Baden nicht einmal mehr auf. Die Hauptkritikpunkte sind seit Jahren dieselben: Die Wege sind zu eng und unsicher, und es gibt zu wenige Abstellplätze.

Nun will der Stadtrat ein neues Velokonzept erarbeiten, das unter anderem die Ziele für die nächsten 15 Jahre definiert. Er beantragt hierfür vom Einwohnerrat einen Kredit von 100000 Franken; abgestimmt wird an einer der Sitzungen im Sommer. Das bestehende Konzept stammt noch aus dem Jahr 1999. «Eine wichtige Zielvorgabe für eine stadtverträgliche und effiziente Mobilität ist gemäss Raumentwicklungskonzept die Schliessung von Lücken im Velowegnetz», schreibt der Stadtrat. Dasselbe Ziel – ein direktes, sicheres, attraktives und zusammenhängendes Velowegnetz – schreibe das städtische Reglement für eine nachhaltige Mobilität vor, das der Einwohnerrat Anfang Jahr genehmigte.

«Wo immer möglich eine eigene Spur»

Hubert Kirrmann, Präsident von Pro Velo Region Baden, hat klare Erwartungen an das neue Velokonzept. «Die Velofahrer brauchen wo immer möglich eine eigene Spur. Es ist an der Zeit, dass die einzelnen Verkehrsteilnehmer voneinander getrennt werden.» Momentan gebe es viele gefährliche Stellen, beispielsweise auf der Bruggerstrasse, wo es eine schmale Velospur gibt, einen halben Meter daneben aber fahren 40-Tonnen-Lastwagen vorbei. «An anderen Orten müssen Velofahrer die Verkehrsfläche mit Fussgängern teilen und um diese her­umkurven.» Hubert Kirrmann plädiert für kleine, aber wirksame Massnahmen anstelle eines Prestigeprojekts. Es gäbe in und um Baden beispielsweise dringendere Notwendigkeiten als die vom Kanton geplante Velovorzugsroute. «Wichtig ist in erster Linie, dass Pendler, Schülerinnen und Einkäufer schnell und sicher zum Bahnhof, zur Schule, ins Zentrum gelangen.»

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