Badenfahrt 1947
Wie Baden zum Biedermeierstädtlein wurde

An der Badenfahrt 1947 war Biedermeier Trumpf. Trudi Huser-Frei aus Wettingen erinnert sich besonders an die speziellen Biedermeier-Kostüme.

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Das Dosenbach-Team von 1947, gehüllt in Biedermeier-Kostüme.

Das Dosenbach-Team von 1947, gehüllt in Biedermeier-Kostüme.

zvg

Trudi Huser-Frei, inzwischen 91 Jahre alt, schickte per E-Mail ihr Erinnerungsfoto von der Badenfahrt 1947. Damals standen die Biedermeier-Kostüme ganz zuoberst. Trudi Huser huldigte mit dem Dosenbach-Team, dem traditionellen Schuhgeschäft an der Badstrasse, der Badenfahrt, wie es Geschäfte auf Geheiss des Komitees taten.

«Eine Schneiderin aus Ennetbaden hatte die Kostüme genäht», erzählt Trudi Huser. Alle trugen dieselben Kostüme, auch zur Arbeit, «nur die Madame trug ein besonderes Stoffmuster». Trudi Huser-Frei ist die siebte Frau von links gesehen.

Trachten, Kostüme und Dekorationen waren während des Festes omnipräsent. So schrieb Robert Mächler in den Badener Neujahrsblättern 1948 über die Badenfahrt: «... An einzelnen Häusern waren Handwerker und Künstler sozusagen bis zum letzten Augenblick vor Festbeginn tätig. Beträchtliche Liebesmühe wandten die Ladenbesitzer auf, um in ihren Schaufenstern, gemäss Parole des Komitees, etwas Biedermeierisches oder sonst wie Altertümliches zu zeigen. Der Uhrenladen tat es nicht unter einer Wanduhr aus der Zeit Karls des Kühnen, für das Schreibmaschinengeschäft hatte schon ein Modell von 1889 museale Geltung, der Zuckerbäcker hielt chronologisch die goldene Mitte und fabrizierte Spanischbrötli, als müssten diesbezügliche Rekorde der Biedermeierzeit gebrochen werden. Sogar mit Verkleidungen der Schaufensterfront wurde der Vortäuschung eines traulichen Biedermeierstädtleins nachgeholfen ...»