Untersiggenthal

Wie befürchtet präsentiert die Gemeinde schlechte Rechnung – Silberstreifen am Horizont

Aus dem Industriegebiet von Ennetturgi (Gemeindegebiet Untersiggenthal) sollen wieder mehr Aktiensteuern fliessen. Archiv

Aus dem Industriegebiet von Ennetturgi (Gemeindegebiet Untersiggenthal) sollen wieder mehr Aktiensteuern fliessen. Archiv

Ein schlechtes Rechnungsergebnis 2016 war zu befürchten und ist nun eingetroffen: Untersiggenthal war im vergangenen Jahr 2,8 Millionen in den roten Zahlen. Doch es gibt erste Silberstreifen am Horizont.

Per 1. Januar, also für das Rechnungsjahr 2017, hat Untersiggenthal den Steuerfuss von 100 auf 105 Prozent erhöht. Das vorliegende Rechnungsergebnis 2016 wird letzte Zweifel an der Notwendigkeit der Massnahme wegwischen. Doch dass es so schlecht kommen würde, dachte sich selbst im Gemeindehaus niemand, obschon bereits die Rechnung 2015 wenig Gutes verheissen liess: Die Jahresrechnung 2016 schliesst mit dem massiven Aufwandüberschuss von 2,8 Mio. Franken statt wie budgetiert mit einer schwarzen Null.

Die wesentlichen Gründe sind rasch erklärt: Ertragsseitig gesellte sich zum Einbruch bei den Aktiensteuern noch eine Rückzahlung im Betrage einer halben Million Franken aufgrund definitiver Veranlagungen. Dann schrumpften die Einkommens- und Vermögenssteuern um insgesamt 225 000, die Quellensteuern um 205 000 Franken. Abzüglich höherer Nach- und Strafsteuern sowie Grundstückgewinnsteuern blieb der gesamte Steuereingang um knapp 2 Mio. Franken unter Budget.

Pflege und Wirtschaftshilfe

Auf der Ausgabenseite schossen zwei Bereiche in die Höhe: Die Wirtschaftshilfe (Soziale Sicherheit) schloss netto um über 600 000 Franken schlechter als budgetiert ab, die Pflegefinanzierung (Gesundheit) kam um 300 000 Franken höher zu stehen. Die negativen Entwicklungen in den genannten Bereichen verstärkten sich noch im Laufe des Jahres 2016. So stiegen die Fallzahlen um fast einen Fünftel an. Da nützten auch die Sparbemühungen des Gemeinderats und der Verwaltung wenig, die sich in den meisten übrigen Positionen dadurch zeigten, dass die Kosten gar gesenkt oder wenigstens gehalten werden konnten.

Es kommt Besserung

Über die neusten Aktiensteuern-Zahlen werde man bis zu den Sommerferien mehr wissen, sagt Gemeindeammann Marlène Koller. Das gilt auch für die Auswirkungen des neuen Finanzausgleichs. Untersiggenthal soll mit einer Entlastung von 880 000 Franken (5-6 Steuerprozente) zu den Gewinnern gehören – darum gehörte Koller unter den SVP-Grossratsmitgliedern zu den wenigen Befürwortern der Vorlage.

In Untersiggenthal beträgt ein Steuerprozent rund 150 000 Franken. Würde man diese 5 bis 6 Steuerprozente auf das Rechnungsergebnis 2016 hochrechnen, so würde der Aufwandüberschuss um 880 000 Franken entlastet. Abzüglich der Steuerfusserhöhung (weitere fünf Prozent) bliebe immer noch ein Fehlbetrag von 1,17 Mio. Franken unter dem Strich. Ob darum Untersiggenthal die drei Prozent höheren Steuern des Kantons am Gemeindesteuerfuss abziehen könne, das zeige sich, so Koller, dann bei der Budgetierung 2018.

Schwarzmalen will Marlène Koller aber nicht: «Mit rund 750 Franken Schulden pro Einwohner, einer guten Eigenkapitaldeckung und den Landreserven, die wir aktivieren und im Baurecht abgeben können, werden wir die Schul- und Zentrumsbauten zuversichtlich anpacken.» Die Abteilungen hätten die Kosten im Griff. Die Teilaussiedlung der Umbricht AG (neu: Aarvia) nach Würenlingen wird in Ennetturgi Entwicklungschancen eröffnen. «Dann verfügt die Gemeinde über Potenzial in den Gewerbezonen Schiffmühle und Hard, wo wir auch dem Sportzentrum GoEasy Entwicklungschancen einräumen», sagt Koller.

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