Baden

Wie der Postbeamte zum Barbesitzer in Baden wurde

David Young in seiner Cava Bar.

David Young in seiner Cava Bar.

Der Engländer David Young führt die Cava Bar seit zwei Jahren. Er träumte schon seid seiner Kindheit von einer eigenen Bar. In England wollte sich dieser Traum aber nicht erfüllen. Während zehn Jahren arbeitete Young auf einem Postbüro.

Wer das kleine Lokal an der Unteren Halde betritt, bemerkt sofort, dass es sich hier um keine gewöhnliche Bar handelt. Hinter dem Tresen steht ein unauffälliger Mann, zusammen mit seinem Hund, an den Tischen spielen Menschen Karten und Brettspiele, führen angeregte Diskussionen oder geniessen ein Glas Wein. «Die Bar soll ein ruhiger Ort sein», sagt David Young, der die Bar seit Frühling 2011 führt.

Auch die Einrichtung ist einzigartig: Kein Tisch gleicht dem anderen, die Stühle könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Wände sind mit Bildern und Fotografien behängt, teilweise bekannt, meist aber von unbekannten Künstlern. Im Hintergrund läuft dezent Funk-Musik, gespielt ab Plattenspieler, der auf dem kleinen Bartresen steht. All diese Merkmale verleihen der kleinen Bar ein heimeliges Ambiente. Steigt man die Treppen runter, steht man in einem Gewölbekeller, der über zwanzig Sitzplätze bietet. «Die Lounge im Keller war ursprünglich als Studentenraum geplant, heute wird dieser aber für alle Arten von Anlässen benutzt.»

Liebe brachte ihn in die Schweiz

David Young, aufgewachsen in England, träumte schon seit seiner Kindheit von der eigenen Bar. «Ich mag es, mein eigener Chef zu sein», sagt er. In England wollte sich dieser Traum aber nicht erfüllen. Während zehn Jahren arbeitete Young auf einem Postbüro, bevor er ein Studium an der Universität begann.

Ein einschneidendes Ereignis sollte aber sein Leben ändern: Er wurde auf dem Velo angefahren. Darauf beschloss der junge Student, mit dem Geld, das ihm als Entschädigung ausbezahlt wurde, in die Schweiz zu reisen. Während seinem Aufenthalt verliebte sich Young und entschied, seine Zelte in Zürich aufzuschlagen. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete er bei einer Schweizer Fluggesellschaft. «Zuerst reinigte ich Flugzeuge, am Schluss hatte ich eine gute Position im Finanzwesen», beschreibt der Barbesitzer seine Karriere.

Während dieser Zeit organisierte er regelmässig Konzerte von Singer-Songwriter aus seiner Heimat. «Die Musiker waren aber wenig begeistert, für ein einziges Konzert den weiten Weg anzutreten. Deshalb suchten wir ein weiteres Konzertlokal. Mein Vorgänger in der Cava Bar bot uns an, die Konzerte hier durchzuführen», erzählt er. Als dieser Baden verlassen wollte, bot er Young an, die Bar zu übernehmen, was dieser sofort annahm.

Lounge statt Weinkeller

Die Gestaltung der Bar brachte viel Arbeit mit sich. Im Erdgeschoss wurden die Tische um- und neue hingestellt, um den knappen Platz möglichst gut zu nutzen. Der Keller wurde vom Weinkeller zur Lounge umfunktioniert. «Das Holz von den Weingestellen konnte ich direkt für den Fussboden nutzen.»

Auch bei der Auswahl der Getränke machte Young sich einige Gedanken. So verkauft er beispielsweise nur Bier aus kleinen Lokalbrauereien. Die Weine bezieht er über seine Frau, die als Weinimporteurin arbeitet. Seit Februar 2013 wurden die Öffnungszeiten erweitert. Neu werden auch Sandwiches als Lunch angeboten. «Alles hier entspricht meinen Vorstellungen. Ich kann mit voller Überzeugung hinter diesem Projekt stehen.»

Noch immer veranstaltet Young im Keller der Bar Konzerte sowie Spieleabende. Ginge es nach ihm, würde er die Bar noch lange leiten. «Für mich ist das ein langfristiges Projekt. Ich würde gern noch 15 Jahre hier sein.»

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