Die ersten Siedlungsspuren auf dem Badener Stadtgebiet stammen aus der Jungsteinzeit (rund 2500 Jahre v. Chr.). Die eigentliche Keimzelle der Stadt liegt allerdings nicht in der Altstadt, sondern bei den heissen Quellen im Limmatknie.

Die erste schriftliche Erwähnung Badens stammt vom römischen Historiker Tacitus. Er nennt den Vicus Aquae Helveticae im Jahr 69 erstmals beim Namen. Die Siedlung bei den Bädern ist damit wesentlich älter als die mittelalterliche Altstadt, die erst später einen guten Kilometer entfernt am Fusse des heutigen Schlossbergs entsteht.

Auf diesem Felssporn über der engen Limmatklus, dem «Stein», steht schon vor dem Jahr 1000 ein Adelssitz. Die Burg gelangt im 11. Jahrhundert an die Grafen von Lenzburg, die sich fortan auch Grafen von Baden nennen. Schon im 7. Jahrhundert gibt es am Ort der heutigen Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt ein kleines Dorf, zu dem bald auch eine einfache Holzkirche zählt. Im 9. Jahrhundert wird an ihrer Stelle eine karolingische Saalkirche erbaut. Diese zweite Keimzelle der Stadt Baden bildet mit den Bädern im Limmatknie bald eine Doppelstadt. Von den Lenzburger Grafen fällt die Feste Stein im 12. Jahrhundert an die Kyburger, welche sie 1246 wiederum an die Habsburger vererben. Unter ihnen wird die Burg Stein zum stolzen, befestigten Verwaltungssitz des Königshauses – bis die Eidgenossen 170 Jahre später Baden erobern und die Burg zerstören.

Die zehn Quartiere der Stadt Baden.

Die zehn Quartiere der Stadt Baden.

An der engsten Stelle der Klus entsteht im 13. Jahrhundert der einzige feste Übergang über die Limmat unterhalb von Zürich – und damit auch die eigentliche Altstadt. Die hölzerne Zollbrücke wird mit der «Niederen Feste», dem Landvogteischloss, verstärkt. In der Folge wächst nach der Oberstadt auch die untere Altstadt am Fluss heran. Die Klus wird endgültig zur Talsperre, die Stadt zum Verkehrsknotenpunkt zwischen Zürich und Basel. Um 1297 erhält Baden das Stadtrecht und wird mit weiteren Mauern und Türmen befestigt. An der Burghalde blühen damals schon die Weinreben.

Durch die Weite Gasse – die Marktgasse – fliesst der Stadtbach. Der Verkehr rollt durch die Mittlere Gasse vom Brugger Tor zum Mellinger Tor (am heutigen Cordulaplatz). Rund um die katholische Stadt entsteht ein gutes Dutzend Kapellen, später auch zwei Klöster. Das um 1350 von Königin Agnes von Ungarn gestiftete Spital bei der Stadtkirche ist nicht nur ein Zentrum der Armen- und Krankenpflege, sondern auch des Handels und der Macht.

Aufstieg und Niedergang

Nach der Eroberung durch die Eidgenossen 1415 wird Baden von König Sigismund de jure zur freien Reichsstadt im Deutschen Reich. In Tat und Wahrheit ist Baden aber Untertanengebiet der Eidgenossen – und wird dank seinen Bädern bald zum Hauptsitz der eidgenössischen Tagsatzung. Bis zur Niederlage der Katholiken im Zweiten Villmergerkrieg: Die wiederaufgebaute Festung Stein wird ein zweites Mal zerstört, aus ihren Trümmern müssen die katholischen Badener eine reformierte Kirche errichten. Die Tagsatzung kommt nur noch selten nach Baden. Eine Periode des wirtschaftlichen Niedergangs lähmt das Leben in der Stadt.

Das ändert sich erst wieder nach der Gründung des Kantons Aargau 1803, als mit der Industrialisierung Fabriken an der Limmat entstehen – und nachdem 1847 mit der Spanischbrötlibahn zwischen Baden und Zürich die erste Eisenbahnstrecke der Schweiz eröffnet wird. Im 19. Jahrhundert werden die einengenden Stadtmauern geschleift, die Stadt öffnet sich. Mit der Gründung der Elektrotechnikfirma Brown, Boveri & Cie. 1891 vor den Toren der Stadt geht es endgültig aufwärts: Die Vorstädte wachsen, es entstehen prächtige Fabrikantenvillen. Baden wird zum blühenden Zentrum der ganzen Region.

Historische Bilder von Baden: