Stadtfest
Wie ein Palmenstrand inmitten der verschneiten Alpen Appenzells

Max Lässer und sein Überlandorchester verbinden traditionelle Musik mit der Moderne. Am Sonntagabend spielten die Musiker auf der Kleinen Bühne am Stadtfest Baden - und verzückten das Publikum mit ihrem Stilmix.

Philippe Neidhart
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Impressionen vom Max-Lässer-Konzert auf der Kleinen Bühne am Stadfest in Baden
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Impressionen vom Max-Lässer-Konzert auf der Kleinen Bühne am Stadfest in Baden
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Impressionen vom Max-Lässer-Konzert auf der Kleinen Bühne am Stadfest in Baden
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Impressionen vom Max-Lässer-Konzert auf der Kleinen Bühne am Stadfest in Baden
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Impressionen vom Max-Lässer-Konzert auf der Kleinen Bühne am Stadfest in Baden

Impressionen vom Max-Lässer-Konzert auf der Kleinen Bühne am Stadfest in Baden

Philippe Neidhart

Die kleine Bühne in der Stanzerei ist in rotes Licht getaucht - die Luft ist stickig und es herrschen fast schon tropische Temperaturen. Auf den Stirnen der sechs Musiker von Max Lässer und dem Überlandorchester glitzern erste Schweissperlen. Trotzdem ist dem Sextett die Spielfreude deutlich anzusehen.

Und eines wird den zahlreichen Zuschauern schon nach wenigen Minuten klar: Max Lässer zählt eindeutig zu den besten Schweizer Gitarristen. Zusammen mit seinem Überlandorchester kreiert er seit bald zehn Jahren Musik voller Leidenschaft und Heimatliebe, und doch immer mit einem Auge in die Ferne blickend. Mal ruhig und verträumt, dann wieder frisch und luftig, so dass man nicht mehr still sitzen möchte.

Harmonische Meisterleistungen

Das musikalische Schaffen von Max Lässer und dem Überlandorchester als einfacher Ländler zu beschreiben, würde der immensen Virtuosität der sechs Musiker nicht gerecht werden. Sie verbinden traditionelle Schweizer Volksmusik mit eigenen, eher modern anmutenden Kompositionen - die Grenzen dazwischen sind für den Hörer jedoch kaum zu erkennen.

Die vielschichtigen Melodien greifen ineinander und lassen etwas Neuartiges entstehen; orientalisch angehauchte Klänge und erfrischende Grooves treffen auf urchige Melodien aus dem Schwyzerörgeli, gespielt von Markus Flückiger.

Dieser zählt zu den bekanntesten und innovativsten Akkordeoninterpreten der Schweizer Volksmusik-Landschaft. So zeigt er sich neben Lässer für die Komposition einiger Stücke des Überlandorchesters verantwortlich.

Palmen im Muotathal

Die klassische Instrumentierung mit Hackbrett, Schwyzerörgeli, Cello, Bass und Perkussion erweitert Lässer mit einer Lap-Steel, im Volksmund auch als Hawaiigitarre bekannt. Daraus entsteht eine variantenreiche und neuartige Musik - vor dem inneren Auge erscheint das Bild eines Palmenstrandes inmitten einer Muotathaler Kuhweide.

Nimmt Lässer jedoch die Mandoline zur Hand, fühlt man sich an die grünen Weiten Irlands und die schottischen Highlands erinnert, nur um sich dann urplötzlich in den verschneiten Alpen des Appenzellerlandes wiederzufinden.

Dass die Gratwanderung zwischen den vielen harmonischen Komponenten funktioniert, zeigt die Reaktion des Publikums: mit tosendem Applaus werden die sechs Musiker nach dem mitreissenden Konzert auf der «Kleinen Bühne» gefeiert.

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