Baden

Wie geht es den Läden abseits des Zentrums?

Blick in den Coiffeursalon Scarabelli, der von der Badstrasse in die untere Halde umgezogen ist.

Blick in den Coiffeursalon Scarabelli, der von der Badstrasse in die untere Halde umgezogen ist.

In Baden ist die Zeit des Grosshandels angebrochen. Viele kleine Läden müssen trotz zentraler Lage schliessen. Die etwas abgelegene untere Altstadt jedoch ist kaum betroffen. Teil I unserer Serie zum Badener Gewerbe.

Nicht nur der Möbelbranche in der Stadt geht es nicht gut. Nachdem das Möbelhaus «Form und Wohnen» angekündigt hat, per Sommer den Betrieb einzustellen, hat auch der Spielzeugladen «Miracoolix» Mühe, sich über Wasser zu halten.

Trotz der gut besuchten Gegend in den Einkaufspassagen Badens, sind diese Geschäfte nicht in der Lage zu überleben. Das Ladensterben erreicht in der Stadt einen neuen Höhepunkt. Viele spezialisierte Einzelhändler müssen den grossen Ladenketten platzmachen.

Vernachlässigter Stadtteil

Wie kommen denn in diesen Zeiten die Läden in der eher abgelegenen unteren Altstadt über die Runden? Können die kleinen Detailhändler in der Halde überhaupt noch ihre Existenz sichern? Das Ergebnis ist wahrlich überraschend. So findet man in den Pflasterstrassen nicht nur viele alteingesessene Geschäfte, sondern kann auch einige Neuzugänge entdecken. Die Stimmung ist generell gut, auch wenn über einen Punkt Einigkeit herrscht: Dieser Teil Badens wird von der Stadt vernachlässigt. So sei die untere Altstadt seit den 70er-Jahren auf sich alleine gestellt, sagt einer der Ladenbesitzer.

Vielen ist auch bewusst, dass ihr Geschäft nach ihrem Austritt aus der Berufswelt nicht mehr weitergeführt wird. Dennoch halten die meisten am Standort fest. Ihre Begründung: Die Halde sei ein spezieller Ort mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Die Leute, die in die untere Altstadt kommen, würden etwas Spezielles suchen. Viele kleine und aussergewöhnliche Geschäfte sind denn auch in den geschichtsträchtigen Gassen zu entdecken.

Ein Geheimtipp

Es gibt auch Geschäfte wie der Coiffeursalon Scarabelli, die von der Badstrasse in die untere Halde umgezogen sind, da diese Lage für sie attraktiver ist. Seit dem Umzug sei die Anzahl ihrer Kunden sogar angestiegen, sagt eine Angestellte des Coiffeursalons.

Trotz des Charmes der bepflasterten Gassen, ist die untere Altstadt immer noch ein Geheimtipp. Grosse Bekanntheit hat sie in der Region nie erlangt. Deshalb sei es immer noch so, dass man sich an diesen Standorten nicht unbedingt eine goldene Nase verdiene, sagt ein Ladenbesitzer aus der Halde. Und dennoch sind die Leute dort unten zufrieden mit dem, was sie haben.

Zudem scheint es, als ob die Geschäfte in der unteren Altstadt stabiler sind als jene an der Badstrasse oder in der Weiten Gasse. Woran das liegt, darüber kann nur spekuliert werden. Einen Anteil daran haben sicher die Mietkosten der jeweiligen Ladenräume, die in den zentral gelegenen und gut besuchten Strassen Badens deutlich höher ausfallen als im unteren Teil der Altstadt.

«Es gibt Leute, die nach sieben Jahren noch immer nicht wissen, dass es mein Geschäft gibt. Ich finde es schlimm, dass die Stadt nichts gegen das Ladensterben macht. Es gibt nur noch Banken und Lumpenläden. Aber wenn die Stadt dagegensteuern wollte, würde sie das tun. Heutzutage wird entweder zu viel geklotzt oder zu schnell aufgegeben», meint Patrick Kistler, Besitzer von «The Musical Box».

Hier spielt die Musik in der Altstadt

«Es gibt Leute, die nach sieben Jahren noch immer nicht wissen, dass es mein Geschäft gibt. Ich finde es schlimm, dass die Stadt nichts gegen das Ladensterben macht. Es gibt nur noch Banken und Lumpenläden. Aber wenn die Stadt dagegensteuern wollte, würde sie das tun. Heutzutage wird entweder zu viel geklotzt oder zu schnell aufgegeben», meint Patrick Kistler, Besitzer von «The Musical Box».

Rosmarie Lang, die ihren WWF-Laden schon seit über 20 Jahren führt, sagt: «Früher war ich mit meinen Fairtrade-Produkten eine Pionierin, heute bieten auch Coop oder Migros solche Produkte an. Auch die Lage ist nicht optimal, aber dafür bezahlbar. Ich könnte nie an die Badstrasse gehen. Ich finde es schade, dass die Stadt nichts gegen das Ladensterben tut.»

Ökologische Produkte – fair produziert

Rosmarie Lang, die ihren WWF-Laden schon seit über 20 Jahren führt, sagt: «Früher war ich mit meinen Fairtrade-Produkten eine Pionierin, heute bieten auch Coop oder Migros solche Produkte an. Auch die Lage ist nicht optimal, aber dafür bezahlbar. Ich könnte nie an die Badstrasse gehen. Ich finde es schade, dass die Stadt nichts gegen das Ladensterben tut.»

«Wir finden den Standort hier super. Wir beliefern die Kunden, das heisst, sie müssen nicht hier runter kommen. Wir haben keine Angst vor dem Ladensterben, weil wir eine Geschäftslücke in Baden gefunden haben und jeden Tag hart arbeiten», sagen Vasile Calman und Maddalena Carmela, die erst im September des letzten Jahres ihre Wäscherei «le Bolle» in der unteren Halde eröffneten.

Hier werden die Hemden wieder weiss

«Wir finden den Standort hier super. Wir beliefern die Kunden, das heisst, sie müssen nicht hier runter kommen. Wir haben keine Angst vor dem Ladensterben, weil wir eine Geschäftslücke in Baden gefunden haben und jeden Tag hart arbeiten», sagen Vasile Calman und Maddalena Carmela, die erst im September des letzten Jahres ihre Wäscherei «le Bolle» in der unteren Halde eröffneten.

Päivi Tissari, die mit ihrem Laden «Finnis» vor zweieinhalb Jahren von der unteren Halde in die Kronengasse gezogen ist, sagt: «Hier unten ist nicht so viel los wie in der Stadt oben. Zudem interessiert sich nicht jedermann für meine Produkte, da ich mich ja auf nordische, besonders auf finnische Ware spezialisiert habe. Trotzdem gefällt es mir hier sehr gut. Ich bin zufrieden.»

Finnische Waren für jeden Geschmack

Päivi Tissari, die mit ihrem Laden «Finnis» vor zweieinhalb Jahren von der unteren Halde in die Kronengasse gezogen ist, sagt: «Hier unten ist nicht so viel los wie in der Stadt oben. Zudem interessiert sich nicht jedermann für meine Produkte, da ich mich ja auf nordische, besonders auf finnische Ware spezialisiert habe. Trotzdem gefällt es mir hier sehr gut. Ich bin zufrieden.»

Ewa Jönsson, die ihren «Scandinavian Deli» erst seit letzten Juni führt, findet: «Es läuft für mich sehr gut hier. Vom Ladensterben in Baden merke ich eigentlich nichts. Aber es ist klar, dass man etwas tun muss, um zu überleben. Die Lage gefällt mir sehr, hier unten ist es sehr exotisch. Die untere Altstadt hat ihre ganz eigene Atmosphäre, deshalb kommen auch die Leute hierher: Sie wollen etwas Spezielles.»

Skandinavische Spezialitäten für zwischendurch

Ewa Jönsson, die ihren «Scandinavian Deli» erst seit letzten Juni führt, findet: «Es läuft für mich sehr gut hier. Vom Ladensterben in Baden merke ich eigentlich nichts. Aber es ist klar, dass man etwas tun muss, um zu überleben. Die Lage gefällt mir sehr, hier unten ist es sehr exotisch. Die untere Altstadt hat ihre ganz eigene Atmosphäre, deshalb kommen auch die Leute hierher: Sie wollen etwas Spezielles.»

Daniela Biland, die ihren Hundesalon «Happy» schon lange betreibt, findet: «Ich führe den Laden seit mehr als 20 Jahren. Es gibt ihn sogar schon seit 40 Jahren. Ich habe kein Problem mit dem Ladensterben. Ich habe eine grosse Stammkundschaft, die ihren Weg immer wieder zu mir findet. Da es dabei um meine Person geht, spielt die Lage keine Rolle. Den Mietpreis hier finde ich okay.»

Damit die Frisur des Hundes auch sitzt

Daniela Biland, die ihren Hundesalon «Happy» schon lange betreibt, findet: «Ich führe den Laden seit mehr als 20 Jahren. Es gibt ihn sogar schon seit 40 Jahren. Ich habe kein Problem mit dem Ladensterben. Ich habe eine grosse Stammkundschaft, die ihren Weg immer wieder zu mir findet. Da es dabei um meine Person geht, spielt die Lage keine Rolle. Den Mietpreis hier finde ich okay.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1