Stadtammannwahl Baden

Wie rechts ist FDP-Kandidat Huber, wie links ist CVP-Mann Schneider ?

Roger Huber (FDP) und Markus Schneider (CVP)

Roger Huber (FDP) und Markus Schneider (CVP)

Was ist daran wahr: Laut der linken Koalition ist Markus Schneider (CVP) das «kleinere Übel» als Roger Huber (FDP). Stimmt das wirklich?

Die Möglichkeit, dass Geri Müller zum zweiten Wahlgang nicht antreten würde, liefert für Gesprächsstoff. Denn in diesem Fall gäbe es keine Ausmarchung zwischen links-grün und bürgerlich - die aufgrund der Badener Wahl- und Abstimmungsgewohnheiten ziemlich sicher zugunsten des Bürgerblocks ausgehen würde. Dann stünde der FDP-Kandidat Roger Huber plötzlich dem CVP-Kandidaten Markus Schneider gegenüber. Ein Blick auf die Stimmenverhältnisse macht klar, dass es damit zu einem harten Zweikampf käme.

«Ich wehre mich gegen dieses Bild»

Roger Huber hat in seinem Unterstützungskomitee auch SVP-Leute. Solche fehlen in den Reihen der Supporter von CVP-Kandidat Markus Schneider. In der Folge hört man immer wieder, insbesondere in linksgrünen Kreisen, dass für sie Schneider «das kleinere Übel» sei als Huber. Andersherum gefragt: Wie rechts ist Huber tatsächlich?

«Ich wehre mich gegen dieses Bild», erklärt Roger Huber. Er verweist dabei auf sein starkes Engagement zusammen mit Reto Schmid von der CVP für das Nordportal und die Eventhalle mit Konzertbetrieb. Ausserdem ist Huber im Vorstand der Freunde der Langmatt und im Vorstand der Vereinigung ehemaliger Bezirksschüler (VeB) vertreten. Weiter engagierte er sich viele Jahre als Vorstandsmitglied des Badener Konzertfonds. Huber verleugnet seine bürgerliche Position keineswegs, macht aber klar, dass er sich schon immer für kulturelle sowie soziale Belange eingesetzt habe und für Bildungsanliegen stets ein offenes Ohr habe.

Partei-Hintergrund unterschiedlich

Wer sich über Huber und Schneider ein politisches Bild macht, ordnet sie nach ihrer Partei ein. Aufgrund dieses Hintergrundes ist Markus Schneider als CVP-Mann der politischen Mitte zuzuordnen, währenddem Roger Huber als FDPler Mitte-Rechts eingeordnet wird.

Dass er aus einem SVP-Haus stammt, stört Huber nicht. Seine Mutter Ursula Huber war Schulpflegerin, Einwohnerrätin und sogar Einwohnerratspräsidentin der SVP, als diese noch in den Spuren der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB) politisierte. Die pensionierte Lehrerin ist heute nicht mehr Mitglied der SVP.

Nur Nuancen verschieden

Als langjähriger Fraktionspräsident der SP und heutiger Grossrat kennt Jürg Caflisch die beiden Kandidaten sehr gut. Auf der Ebene des Stadtrats könne man ohnehin nicht mit dem Parteibüchlein in der Hand politisieren, sondern müsse sachbezogen zusammenarbeiten, schickt Caflisch voraus. Da zähle in erster Linie die Persönlichkeit.
Auf die Frage, ob Schneider mehr links und Huber mehr rechts sei, meint Caflisch: «Der Unterschied zwischen den Beiden liegt aus meiner Sicht im Nuancenbereich.» Würde er es auf einer Links-Rechts-Skala von eins bis zehn ausdrücken, so würde Schneider ein Punkt weiter links als Huber liegen.

In erster Linie lösungsorientiert

Markus Schneider will sich nicht einfach in die linke Ecke gestellt sehen. Er sieht sich von Grund auf als bürgerlichen Politiker, der auch für Anliegen von links ein offenes Ohr hat. Sein Vorstoss für eine konzeptionelle Überprüfung der Videoüberwachung in der Stadt deutet eher nach rechts, wogegen er sich am Stadtammann-Podium dafür ausgesprochen hatte, auf einen guten Ladenmix in der Innenstadt Einfluss zu nehmen, wo dies für die Stadt möglich und sinnvoll ist.

Andererseits hat sich Schneider für Fotovoltaikanlagen der Regionalwerke mit grösserem Potenzial ausgesprochen, statt auf jedes private Gebäude eine solche Anlage zu stellen. Laut Schneider herrscht in Baden eine hohe Politkultur, darum setze man sich lösungsorientiert und nicht nach Parteicouleur mit den Anliegen und Vorstössen von Links und Rechts auseinander.

Die Partei ist mitentscheidend

SVP-Fraktionssprecher Andy Bauer kennt die beiden Kandidaten ebenfalls schon lange aus dem Politik-Geschäft. Als Mitglied einer Mitte-Partei müsse Schneider wiederholt einen Spagat machen. Da fahre Roger Huber eine Spur bürgerlicher und sei ihm darum auch näher. «In den Diskussionen habe ich Markus Schneider wiederholt als rechten Politiker mit einer Affinität zu links erlebt», erklärt Bauer. Roger Huber kenne er als Politiker, der eine klare Linie und dabei auch mit linken Anliegen keine Schwierigkeiten habe.

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