Fachstelle
Wie Wettingen den Sport stärker fördern will

Um den über 50 Sport-Vereinen eine Anlaufstelle zu bieten, beantragt der Wettinger Gemeinderat eine Fachstelle.

Claudia Laube
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Sportvereine wie Rotweiss Wettingen sollen eine Anlaufstelle erhalten.

Sportvereine wie Rotweiss Wettingen sollen eine Anlaufstelle erhalten.

Alexander Wagner

Garten-, Generationen- und Sportstadt – das sind die drei «Leuchttürme», zu denen sich die Gemeinde Wettingen in ihren Legislaturzielen bekannt hat. Um der «Sportstadt» gerecht zu werden, legt der Gemeinderat dem Einwohnerrat am 25. Juni einen Antrag für eine Fachstelle Sport vor. Rund 200 Vereine gibt es in Wettingen: «Davon sind mehr als 50 Sportvereine», sagte Gemeinderat Philippe Rey (parteilos), der für das Ressort zuständig ist. Nur schon das zeige, dass Sport einen grossen Stellenwert in Wettingen habe. Aber auch Bauten wie die neue Dreifachsporthalle sowie das Tägi, das am Samstag wiedereröffnet, dokumentiere das.

«Aktuell befinden wir uns im Amateurmodus», sagte Rey weiter. Man möchte den Sport im Dorf aber professionalisieren und den vielen Sportvereinen eine einzige Anlaufstelle für vielerlei Fragen bieten. Ausserdem soll sich die Stelle – unter vielem anderem – auch um die Vernetzung verschiedener Sportakteure kümmern. Wettingen hatte von 2008 bis 2013 schon einmal eine solche Stelle, diese konzentrierte sich vorwiegend auf Koordinationsaufgaben. Sie wurde aus Spargründen abgeschafft. Eine Fachstelle Sport war ausserdem in der ersten Budgetvorlage 2020 vorgesehen, die aber vom Einwohnerrat im letzten Jahr bachab geschickt wurde. In der überarbeiteten Vorlage fiel die Fachstelle aus dem Budget – wiederum aus Spargründen.

Auch Einwohnerräte wünschen sich Fachstelle

Trotzdem ist der Wunsch nach einer solchen Fachstelle auch bei Einwohnerräten da, wie zwei Vorstösse zeigen. Der eine, ein im Dezember 2019 eingereichtes Postulat der FDP-Fraktion, forderte den Gemeinderat auf, die Schaffung einer solchen Stelle zu prüfen. 35 stimmten dafür, 8 dagegen (bei einer Enthaltung). Ausserdem reichte GLP-Einwohnerrätin Manuela Ernst im Januar eine Interpellation zu selbigem Thema ein. Unter anderem warf sie die Frage auf, wie viele Stunden Gemeindeangestellte jährlich in die Sportkoordination investieren und wie viel dieser Aufwand koste. «Durch Mitarbeitende der Gemeindeverwaltung, des Tägi und durch den Ressortvorsteher werden rund 500 Stunden für die Sportkoordination aufgewendet», schrieb der Gemeinderat in seiner Antwort. Das bedeute einen jährlichen Aufwand von 32'500 Franken. Hinzu kämen rund 500 Stunden, die durch andere Verantwortliche geleistet werden, was ebenfalls einen Betrag von 32'500 Franken ergebe.

Die Fachstelle Sport soll in einem 50-Prozent-Pensum geführt werden und würde jährlich 57'500 Franken kosten. Man hofft zudem darauf, dass es finanzielle Unterstützung durch den Kanton gibt – so wie das bei der früheren Koordinationsstelle der Fall war.

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