Baden
Wieso Baden bei der Integration als Vorbild gilt

Die Stadt Baden ist die ausländerfreundlichste Gemeinde im Kanton Aargau. Zu diesem Urteil gelangte eine fünfköpfige Jury, die im Auftrag des Vereins Secondos Plus Gemeinden in der ganzen Schweiz unter die Lupe genommen hat.

Pirmin Kramer
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Leute in Baden

Leute in Baden

Walter Schwager

Die Stadt Baden ist die ausländerfreundlichste Gemeinde im Kanton Aargau. Zu diesem Urteil gelangte eine fünfköpfige Jury, die im Auftrag des Vereins Secondos Plus Gemeinden in der ganzen Schweiz unter die Lupe genommen hat. Drei Punkte hätten Baden zum Sieg im Kanton verholfen, sagt Ivica Petrusic, Präsident von Secondos Plus Aargau:

• Integration: «Besonders überzeugt hat Baden, weil sich diese Stadt besser als andere Orte um die Integration kümmert», so Petrusic. 2002 habe Baden eine Integrationsfachstelle geschaffen - im Kanton bis heute die einzige dieser Art. Schweizweit gelte Baden bezüglich der Integrationsarbeit als Vorbild.

• Einbürgerungen: An 220 Aargauer Gemeinden haben die Secondos einen Fragebogen zu Einbürgerungen verschickt - 85 Antworten kamen zurück. «Einbürgerungsverfahren sollten ohne Willkür beurteilt werden, und das ist in Baden definitiv der Fall», sagt Petrusic. Der Einwohnerrat entscheide fair, fand die Jury: «Er urteilt nach klaren Regeln, die für alle gelten», so Petrusic. Weitere Pluspunkte für Baden: «Hier dauert ein Einbürgerungsverfahren höchstens ein Jahr, und es kostet maximal 1000 Franken.» Zum Vergleich: Einzelne Gemeinden im Kanton benötigen gemäss Umfrage für den Entscheid, ob ein Ausländer Schweizer werden darf, bis zu fünf Jahre.

• Stimmung: «Bewohner aus Baden haben uns geschrieben, dass sie sich wohl fühlen in der Stadt und dass Baden viel leiste für ein gutes Zusammenleben.» Die Jury kam zum Schluss, dass das Verhältnis zwischen Ausländern und Schweizern in Baden wirklich gut sei. «In Baden lebt es sich in der Vielfalt gut», sagt dazu Petrusic.

Badens Stadtammann Stephan Attiger freut sich. «Die Stadt Baden geht seit Generationen offen mit Ausländern um. Bis heute ist die gegenseitige Wertschätzung geblieben.» Die Integration sei selbstverständlich geworden, so Attiger. «Dass sich dies auch in einem Rating auszeichnet, freut mich.»

Schweizweit unter den Top Ten

Anfang Jahr hatte Secondos Plus zum Wettbewerb aufgerufen, der die schweizweit ausländerfreundlichste Gemeinde sucht. Anmelden konnten sich die Gemeinden selber, gleichzeitig durften Bürger ihre Gemeinde empfehlen. Petrusic weist darauf hin, dass das Urteil aufgrund eines Jury-Entscheides zustande kam. «Wir haben keine wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt.»
Morgen Freitagabend wird in Bern der nationale Gewinner des Wettbewerbs bekannt gegeben. Petrusic verrät: «Baden hat es unter die Top Ten geschafft.»

Der Verein Secondos Plus möchte mit seiner Kampagne das Thema Migration in ein positives Licht rücken. Aus diesem Grund verzichtet Petrusic darauf, Negativbeispiele zu erwähnen: «Wir möchten den Orten ein Kränzchen winden, die es gut machen.»