In sechs Wochen von England in die Mongolei. Es ist ein grosses Ziel, das sich Paolo und Aldo Bazzi aus Spreitenbach gesteckt haben. Morgen Sonntag starten die Brüder mit ihrem Suzuki Alto ihre grosse Reise, die sie durch 18 Länder führen wird und an deren Ende sie ihr Auto in Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei, stehen lassen. Die beiden machen an der Mongol Rally mit, einer Wohltätigkeitsveranstaltung und der wohl verrücktesten Rallye der Welt (siehe Box).

Der 30-jährige Paolo und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Aldo bilden das Team «I drive, therefore I am» (ich fahre, also bin ich). Die beiden waren zwar noch nie gemeinsam länger auf Reisen, sind aber zuversichtlich, dass alles gut kommt. Und wenn sie sich doch mal in die Haare kriegen? «Dann wandert halt einer von uns in den Kofferraum», witzelt Aldo.

Feuerwehrauto für guten Zweck

Dies ist allerdings die kleinste Sorge der beiden Spreitenbacher. Viel mehr Respekt haben sie davor, dass auf der rund 15000 Kilometer langen Reise das Auto den Geist aufgibt, einen irreparablen Schaden davonträgt, oder dass sie an einer Grenze stecken bleiben. «Der Pfarrer von Spreitenbach hat unser Auto zur Vorsorge schon gesegnet», erklärt Paolo Bazzi schmunzelnd.

Die Reise machen die beiden jedoch nicht nur zum Spass: Eine Voraussetzung für die Teilnahme an der Mongol Rally ist, dass man Spendengelder in der Höhe von mindestens 1500 Franken sammelt. «Das ist einer der Gründe, weshalb wir uns für die Rally entschieden haben. So kann man Ferien damit verbinden, etwas Gutes zu tun», sagen die Brüder. Die Spenden kommen einem Kinderhilfswerk in der Mongolei zugute. Auch das Auto wird nach der Rally in der Mongolei versteigert und dort weiterverwendet.

So kommt es, dass einige Teams anstatt mit den erlaubten 1,2 Litern Hubraum mit ausrangierten Kranken- oder Feuerwehrwagen an der Rally teilnehmen. Diese Fahrzeuge können gebraucht werden und sind deshalb ebenfalls zugelassen.

Acht Visa für das Abenteuer

Während der Rally wird auf der Website der Brüder dank einem GPS-Tracker alle 10 Minuten angezeigt, wo sie sich gerade befinden. Für beide ist klar: Sie wollen nach Ulaanbaatar, koste es, was es wolle. «Es geht darum, möglichst viel zu erleben und am Ende anzukommen. Im Notfall nehmen wir halt das Flugzeug.» Acht Visa brauchen die Brüder für ihre Reise, dasjenige von Russland haben sie erst am 10. Juli erhalten. Ab morgen steht dem grossen Abenteuer nichts mehr im Wege.

Tracker: www.idrivethereforeiam.ch