Baden hat sich in den letzten Jahren zum Kubb-Epizentrum der Schweiz entwickelt – und wird es dieses Wochenende gleich für ganz Europa: Zum ersten Mal überhaupt findet auf internationaler Ebene eine Europameisterschaft statt, die European Kubb Championships.

Beim Wurfholzspiel Kubb («Holzklotz»), das ursprünglich aus Schweden stammt, treten zwei Mannschaften gegeneinander an und versuchen, die Holzklötze der anderen zu Fall zu bringen. Wer am Schluss den König trifft, gewinnt. Organisiert wird der Anlass in der Sportanlage Aue von der European Kubb Association (EKA), einem Bündnis der Kubb-Verbände Belgien, Deutschland und der Schweiz. Das erklärte Ziel ist, Kubb europaweit zu professionalisieren und auf eine neue Ebene zu hieven.

Anmeldung über Website

Am Freitag ringen im Einzelwettbewerb 144 Teilnehmende um den Titel des besten Spielers Europas. Am Tag darauf findet der Teamwettbewerb statt, mit 270 Spielern in 3er-Teams, die um die Europameisterschaft kämpfen.

Sie kommen aus acht Ländern: Neben der Schweiz sind das Belgien, Deutschland, Österreich, Spanien, Italien, Schweden und Tschechien. Sie konnten sich ganz einfach über die Website anmelden. Eine Qualifikation ist noch Zukunftsmusik: «Erst müssen wir sehen, wohin sich die Championships entwickeln. Qualifikationsspiele können wir erst durchführen, wenn wir nicht mehr genug Kapazität haben, um alle Spiele an zwei Tagen durchzuführen. Mit der Teilnehmeranzahl von diesem Jahr haben wir bereits alle Möglichkeiten ausgeschöpft», erklärt Oliver Spiess. Der Kommunikationsverantwortliche ist einer von acht Personen aus dem Organisationskomitee, dessen Mitglieder allesamt aus der Region Baden stammen.

Das verwundert genauso wenig wie Baden als erstmaliger Austragungsort. Im Kurpark wird seit über zehn Jahren dem Geschicklichkeitsspiel gefrönt. Wie kommt es, dass in Baden so gerne Kubb gespielt wird? «Eines der ältesten Teams der Schweiz, ‹Öpfelbaum› aus Stetten, spielt bereits seit über zehn Jahren Kubb im Kurpark und immer mehr Leute begeisterten sich dafür», erzählt Spiess. Inzwischen gewann das Badener Team «KP Wilddogs» in Schweden 2017 gar den Vizeweltmeistertitel.

Treibende Kraft

Das Badener OK ist treibende Kraft hinter den «European Kubb Championships». Zwar gibt es in Berlin bereits eine Europameisterschaft: «Sie wird von einem deutschen Team organisiert und ist nicht international kooperierend», sagt Spiess. «Wir haben eine Zusammenarbeit angestrebt, aber leider ohne Erfolg.» In Zukunft sollen sich noch mehr Kubb-Verbände in der Association engagieren: «Spanien, Frankreich und Tschechien sind an einer Mitgliedschaft interessiert. Da sie mit ihren Teams auch an der Meisterschaft teilnehmen, können wir sie hier gleich persönlich kennenlernen.»

Einige der Teilnehmenden übernachten in der Turnhalle Aue. Auch das ist eine Premiere, freut sich Spiess: «Zum ersten Mal hat die Stadt Baden eine Bewilligung erteilt, dort Gäste unterzubringen.» Andere schlafen in der Jugendherberge, im Hotel oder fanden privat ein Plätzchen.

Und was, wenn das Wetter nicht mitspielt? «Natürlich wird bei schlechtem Wetter auch gespielt, Kubb funktioniert genauso in der nassen Wiese», findet Spiess. Es sei schliesslich eine Europameisterschaft – wer hier gewinnen will, muss auch unter widrigen Bedingungen zeigen, was er kann.