Baden/A1

Wildwest im Aargau: Kosovaren liefern sich Schiesserei und Verfolgungsjagd

Der Mercedes des Kosovaren brannte komplett aus.

Der Mercedes des Kosovaren brannte komplett aus.

Heute Nacht schoss ein Kosovare in der Nähe von Baden auf einen Landsmann, der im Auto sass. Dieser konnte auf die A1 flüchten. Ausgangs Bareggtunnel geriet das Auto in Brand. Die Polizei nahm den mutmasslichen Schützen und einen weiteren Tatverdächtigen fest.

Es müssen Szenen, wie aus einem Gangster-Film gewesen sein, die sich in der Nacht auf Samstag im Raum Baden abspielten: Gegen 3.45 Uhr meldete ein Mann über den Polizeinotruf, dass er beschossen wurde und von einem Auto verfolgt werde. 

«Wie in einem solchen Fall üblich, versuchte die Notrufzentrale den Mann am Telefon zu halten», sagt Polizeisprecher Bernhard Graser auf Anfrage.

Actionfilm-Szenen auf A1

Actionfilm-Szenen auf A1

Letze Nacht schoss ein Kosovare bei einer Verfolgungsjagd auf einen Landsmann. Dessen Auto fing Feuer und brannte aus. Der mutmassliche Schütze wurde verhaftet.

Ausgangs Bareggtunnel bemerkte der Mann, dass das Auto langsamer wurde und in Brand gerät. Er stoppte die Fahrt und setzte seine Flucht zu Fuss fort wobei er über den Wildschutzzaun stieg und sich dabei leichte Schürfungen zuzog. Die Polizei konnte ihn wenig später dort antreffen.

Kurz nach dem Bareggtunnel geriet der Mercedes in Vollbrand.

Kurz nach dem Bareggtunnel geriet der Mercedes in Vollbrand.

Nach ersten Erkenntnisen der Kantonspolizei fand die Schussabgabe im Gewerbegebiet von Spreitenbach statt. Die Umstände sind aber noch unklar. Gegenüber «TeleM1» sagte der 37-jährige Kosovare, dass sein Kontrahent zwar schon noch eine Rechnung mit offen gehabt habe, dass er jedoch gleich zur Waffe greife, hätte er nie erwartet. An die Polizei richte er grossen Dank. Er sei froh, dass diese so schnell zur Stelle war, ansonsten wäre das Ganze vielleicht für ihn noch viel schlimmer herausgekommen.

Den in Brand geratene Mercedes hatte der 37-jährige Kosovare von einem Kollegen aus dem Kanton Solothurn ausgelehnt.

Den in Brand geratene Mercedes hatte der 37-jährige Kosovare von einem Kollegen aus dem Kanton Solothurn ausgelehnt.

Wie viele Schüsse genau abgegeben wurden, kann die Polizei noch nicht sagen. Bernhard Graser: «Klar ist, dass auf das Auto geschossen wurde. Das zeigt beispielsweise ein Loch in der Scheibe.» Ob der Mercedes aufgrund des Beschusses in Brand geriet, ist Gegenstand der Ermittlungen. «Es ist aber anzunehmen, dass dies der Fall ist», sagt Mediensprecher Graser. 

Der Mercedes wird abtransportiert.

Der Mercedes wird abtransportiert.

Die Polizei konnte im Rahmen der Fahndung den mutmasslichen Schützen bei der Ausfahrt Baden-West festnehmen. In seinem silberfarbenen Audi wurde eine geladene Pistole gefunden. Der ebenfalls 37-jährige Kosovare aus dem Kanton Zürich wurde festgenommen.

Der mutmassliche Schütze konnte wenig später bei der Ausfahrt Baden-West angehalten werden.

Der mutmassliche Schütze konnte wenig später bei der Ausfahrt Baden-West angehalten werden.

Am Samstagmorgen wurde zudem ein mutmasslicher Komplize an seinem Wohnort im Kanton Zürich verhaftet. Es handelt sich um einen 43-jährigen Kosovaren.

Ermittelt wird wegen versuchter Tötung und Gefährdung des Lebens. Die Staatsanwaltschaft hat einen Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. 

Aufgrund der Ereignisse mussten alle drei Fahrstreifen Richtung Bern während rund 30 Minuten gesperrt werden. Kurz nach 6.30 Uhr war die Autobahn wieder normal befahrbar. (rhe)

Meistgesehen

Artboard 1