Döttingen

Winzerdorf rüstet sich für Grossansturm

OK-Präsident Herbert Schneider verschönert – unterstützt von Walter Bugmann – die Front der Altersheimbühne (oben);Johann Steinacher sucht nach einem geeigneten Plätzchen für die «Wirtshaustafel». Fotos: Angelo Zambelli

OK-Präsident Herbert Schneider verschönert – unterstützt von Walter Bugmann – die Front der Altersheimbühne (oben);Johann Steinacher sucht nach einem geeigneten Plätzchen für die «Wirtshaustafel». Fotos: Angelo Zambelli

Bis Bühnen, Zelte und Beizliaufgestellt sind, fliesst eine Menge Schweiss

Donnerstagmorgen früh. Beim Rundgang durch das Festgelände zwischen Bahnhof und Blechbrücke deutet fast nichts darauf hin, dass am Freitagabend Tausende Festfreudige durch das Dorf flanieren und die spezielle Atmosphäre des Grossanlasses geniessen werden.

Dass die Vorbereitungsarbeiten in vollem Gang sind, bemerkt man erst, wenn man sich in die Seitengassen bemüht. Die Absperrungen zum Schutz der Gärten sind aufgestellt, einzelne Zelte stehen bereits, ebenfalls ein paar Holzhüttli. Seit zwei Wochen sind die Mitglieder des Organisationskomitees und die Angestellten des Döttinger Bauamts an der Arbeit: Die Bühnen beim Restaurant Salmen und beim Altersheim sind bis auf ein Detail fertig. OK-Präsident Herbert Schneider verpasst der Bühne höchstpersönlich den letzten Schliff: Zusammen mit seinem «Assistenten» Walter Bugmann befestigt er eine Abdeckung an der Front der grossen Bühne, «damit das Ganze auch eine Falle macht.»

In den letzten Tagen haben die guten Geister des OK die gesamte Infrastruktur für das Winzerfest aus dem Boden gestampft: Die elektrischen Leitungen sind verlegt, die unzähligen Wegweiser und Hinweisschilder aufgestellt und die WC sowie das Sanitätszelt betriebsbereit. Die Arbeit, die im Vorfeld geleistet werden muss, ist enorm: «Ohne Herzblut jedes Einzelnen wäre das nicht zu machen», sagt OK-Präsident Herbert Schneider. «Es ist aber auch schön, etwas für das Dorf und sein Image zu leisten.»

Seit 15 Jahren mit Spass dabei

Gegenüber der Salmenbühne sind acht Mitglieder des Motorradclubs Unteres Aaretal mit dem Einrichten ihres Festzelts beschäftigt. Die meisten haben eine Woche Ferien geopfert oder einen freien Arbeitstag eingezogen, um beim Aufbau von Zelt und Infrastruktur mitzuhelfen. Sie seien seit 15 Jahren dabei und es mache immer noch Spass, sagt ein Mitglied, während die Seitenwände des Zelts eingezogen werden. Man erkennt sofort: Die Männer vom Motorradclub erledigen diese Arbeit nicht zum ersten Mal. Die Griffe sitzen. Jeder weiss, was zu tun ist. Das gilt auch für die Schausteller, die am Donnerstagmorgen einen Grossteil ihrer Anlage aufgestellt haben. Dass sie mit der Arbeit früher beginnen müssen als die Vereine, liegt auf der Hand. Ein Riesenrad oder eine Putschibahn aufzustellen, nimmt bedeutend mehr Zeit in Anspruch als der Aufbau eines Zelts oder das Einrichten eines Kellers – wobei auch dieser Aufwand nicht unterschätzt werden darf. Apropos Keller: Vor 40 Jahren fand das Döttinger Winzerfest praktisch ausschliesslich in den Kellern der Häuser entlang der Hauptstrasse statt. Heute wirten nur noch die Musikgesellschaft, der FC Klingnau sowie der Männerchor und der Turnverein Döttingen in einem der stimmungsvollen Keller, in die hinabzusteigen schon ein Abenteuer ist.

Südlich des Altersheims hängt Johann Steinacher das Schild für das «Sännelocherstübli» an den richtigen Ort, während nördlich des Altersheims die Angestellten des Arbeits- und Wohnzentrums Kleindöttingen zusammen mit ein paar Klienten damit beschäftigt sind, das Metallgerüst für das Zelt aufzubauen. Ab heute Abend wird darin das berühmte «Hörnli mit Ghacktem» serviert.

22 Beizli, 9 Weindegustationsstände, ein grosser Lunapark sowie verschiedene musikalische und kulinarische Leckerbessen sorgen dafür, dass sich die Besucherinnen und Besucher des Winzerfests 2014 wohlfühlen und den Alltag für ein paar Stunden beiseite schieben können. Das gilt auch für den Winzermarkt am Samstag und den Winzerumzug am Sonntag, an dem wie immer seit dem ersten Umzug 1958 die verschiedensten Aspekte des Weinbaus dargestellt werden.

Auf der Bühne beim Altersheim hängt eine Banderole mit der Aufschrift: «Herzlich willkommen». Diese Botschaft gelte nicht nur für die Festbesucher, welche die Vorführungen auf der Bühne anschauen wollen, präzisiert OK-Präsident Schneider: «Herzlich willkommen heissen wir alle, die das Döttinger Winzerfest besuchen.» Die Vorzeichen, dass es sehr viele sein werden, stehen gut. Es sind drei leidlich schöne Tage vorhergesagt.

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