Im Kampf um das Gemeindeammann-Amt kommt es in Birmenstorf zu einem Duell: Nach Gemeinderätin Marianne Stänz (CVP), die im Juni von ihrer Partei nominiert wurde (die AZ berichtete), hat auch Gemeinderat Marco Gwerder seine Kandidatur eingereicht. Brisant: Auch Gwerder gehörte bis vor kurzem der CVP an. Doch weil die Parteileitung Marianne Stänz für das Gemeindeammann-Amt nominierte und nicht ihn, ist er aus der Partei ausgetreten und kandidiert nun als Parteiloser.

In einem Schreiben an die Bevölkerung erklärte Gwerder seine Beweggründe. Er habe bereits vor eineinhalb Jahren entschieden, dass er als Gemeindeammannkandidat antreten werde. Mitte April 2017 habe er seine Kandidatur nochmals im Gemeinderat schriftlich kundgetan. Seit Mitte Februar bis Ende September sei er krankgeschrieben. «Wegen meiner Erkrankung kam meine Kandidatur beim CVP-Vorstand nicht gut an.» Parteipräsident André Siegrist habe ihm persönlich mitgeteilt, der Hauptgrund gegen seine Nomination sei sein krankheitsbedingter Ausfall im Gemeinderat in diesem Jahr. Geärgert habe ihn, so Gwerder, dass der Vorstand den Entscheid fällte, ohne die Mitglieder einzubeziehen.

«Ich musste die Entscheidung der CVP zuerst einmal verarbeiten und überdenken», so Gwerder. Danach nahm er Kontakt mit dem Vorstand der SVP auf, diese Partei unterstützt nun seine Gemeindeammann-Kandidatur, die er als Parteiloser angeht. Ab 1. Oktober sei er wieder zu 100 Prozent arbeitsfähig, so Gwerder «Ich bin überzeugt, dass ich für das Amt geeignet bin. Ich bringe Führungserfahrung vom Beruf mit, bin kooperativ und lösungsorientiert.»

CVP-Parteipräsident André Siegrist erklärt: «Wir haben Zweifel daran, ob Marco Gwerder dem Druck des Amtes gewachsen wäre.» Ausserdem sei das Vertrauen der anderen Gemeinderäte in Gwerder gestört, weil er dieses Jahr aufgrund seiner Erkrankung an keiner Gemeinderatssitzung, keiner Gemeindeversammlung und keiner Informationsveranstaltung teilnahm, so Siegrist. Leider habe es Marco Gwerder unterlassen, den Vorstand über seine Pläne ins Bild zu setzen, und erst auf Rückfrage im Juni habe er dem CVP Vorstand seine Gemeindeammann-Kandidatur bestätigt.

Marianne Stänz hingegen habe dem Vorstand ihre Zusage für eine Kandidatur bereits im Frühjahr deponiert. «Da wir mit ihr über eine hervorragende Kandidatin verfügen, hat der Vorstand sie nominiert.» Dass der Vorstand den Gemeindeammannkandidaten nominiere und nicht die Mitglieder, sei so als Ergänzung zu den Partei-Statuten festgehalten.

Spannend wird auch das Rennen um die Gemeinderatssitze. Offiziell gibt es neben Stänz und Gwerder nur zwei weitere Kandidaten – die amtierenden Gemeinderäte Cordula Zangger (parteilos) und Urs Rothlin (FDP). Nach der offiziellen Anmeldefrist haben sich aber zwei weitere Kandidaten ihr Interesse kundgetan: Fabian Egger (CVP) und Peter Künzi (FDP). Ihr Name wird nicht in den Wahlunterlagen erscheinen, aber sie hoffen, noch genügend auf sich aufmerksam machen zu können.