Jäger sind bekannt dafür, dass sie Tiere jagen. So war die Waldhütte Hägeler in Baden zur Feier des Tages verziert mit ausgestopften Tieren wie Wildschwein, Reh oder Wiesel. Bei der Waldhütte waren am Freitag die Drittklässler der Schule Baden Rütihof zu Gast. Die Kinder erfuhren von Jagdaufseher Oswald Grosswiler einiges über den Alltag der Jäger.

«Wir sind die Polizisten des Waldes», so Grosswiler. Die Jäger würden Waldbesucher darauf aufmerksam machen, dass kein Abfall entsorgt werden darf und dass keine Autos in den Wald fahren dürfen. Passend dazu zeigte Grosswiler seine Jagdplakette.

Koordinieren gehört dazu

«Oberste Priorität des Jägers ist die Hege und Pflege von Wild und Wald», sagte Jagdleiter Hans Aeberhard. Dazu gehöre einerseits, dass Tiere geschossen werden. «Aber wir koordinieren auch die Arbeit zwischen Bauern und Förstern», so Aeberhard. Da die Jäger viel Zeit im Wald verbringen, sehen sie, wo Arbeit ansteht. Deshalb würden sich Jäger für natürliche Waldränder und Hecken zwischen Wald und landwirtschaftlichen Feldern einsetzen.

Luchs ist geschützt

Vor der Waldhütte war Grosswiler derweil dabei, die verschiedenen Tiere des Waldes zu erklären. Als er zum Waschbär kam, sagte ein Mädchen: «Ich war mal in Kanada, und da gab es viele tote Waschbären auf der Strasse.» Gemäss Grosswiler gab es lange Zeit keine Waschbären mehr in unseren Wäldern. «Aber im Zweiten Weltkrieg brachen einige Tiere aus einem Zoo in Ostdeutschland aus.» Diese seien über Süddeutschland bei uns eingewandert.

Ein weiteres Tier, das in der Schweiz Seltenheitswert hat, ist der Luchs. «Er reisst 50 bis 60 Rehe pro Jahr, aber wir dürfen ihn nicht schiessen, denn er ist geschützt», so Grosswiler. Sowohl der Jäger, als auch der Luchs würden also Rehe jagen. «Drum sehen die Jäger den Luchs nicht so gern», sagte Grosswiler weiter.

«Jetzt habe ich Angst»

Auch die Gewehre der Jäger durften die Kinder betrachten. Jungjäger Jonas Bolliger hatte die Waffen auf einem Tisch aufgereiht. Hatten die Kinder Angst? «Nein!», riefen sie im Chor. Als dann aber jedes Kind eine Patrone in die Hand nehmen durfte, kam das mulmige Gefühl auf. «Jetzt habe ich Angst», sagte ein Mädchen. Ein anderes Mädchen legte die Patrone zurück auf den Tisch: «Ich will das nicht mehr haben, sonst explodiert es noch.»