FC Baden
«Wir Sportjournalisten gingen nach den Spielen damals oft in die Garderoben»

Vor 30 Jahren stieg der FC Baden in die NLA auf. Alfred Staubesand, Sportredaktor beim «Badener Tagblatt» und später bei der «Aargauer Zeitung», erinnert sich an goldene Zeiten für einen Sportreporter aus der Region.

Martin Rupf
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Alfred Staubesand war beim Aufstieg des FC Baden in die NLA dabei.

Alfred Staubesand war beim Aufstieg des FC Baden in die NLA dabei.

ZVG

Herr Staubesand, Sie waren beim alles entscheidenden Spiel gegen Martigny hautnah als Sportreporter dabei. Erinnern Sie sich noch an das Spiel?

Alfred Staubesand: Nicht mehr an jedes Detail. Ich weiss nur noch, dass Vito Allegretti in diesem Spiel drei Tore schoss.

In der Saison 1985/86 spielten mit Baden, Wettingen und Aarau gleich drei Aargauer Mannschaften in der Nati A. Goldene Zeiten für einen Sportreporter.

Absolut. In besonderer Erinnerung bleiben mir die Derbys auf dem «Scharten» und im Stadion Altenburg, wo man einen Meter neben dem Spielfeldrand sitzen konnte. Aber auch die Auswärtsspiele in Genf oder Lausanne waren immer ein spezielles Erlebnis. Für mich ein Highlight bleibt jener düstere Novembersonntag in Bern, als der FC Baden den späteren Schweizer Meister YB mit 1:0 besiegte.

Heute herrscht zwischen den einzelnen Sportredaktionen ein ständiger Wettlauf um Primeurs. War das damals auch so?

Nein, nicht so extrem wie heute. Klar versuchten wir, einen Transfer exklusiv zu vermelden. Doch wir Sportjournalisten pflegten vielmehr einen kollegialen Umgang miteinander; oft gingen wir nach dem Spiel noch etwas zusammen trinken.

Will ein Sportjournalist mit einem Spieler ein Interview führen, muss er nicht selten über die Medienstelle gehen. Das war früher wohl anders?

Ja, wir waren sehr nahe bei der Mannschaft. Oft gingen wir nach den Spielen in die Garderobe, wo wir uns auch mit dem Trainer unterhielten.

Nähe kann auch schwierig sein. Wie gingen die Spieler denn damit um, wenn sie in einem Spielerbericht von Ihnen kritisiert wurden?

Die meisten konnten damit gut umgehen. Ich musste fast nichts einstecken (lacht). Weil ich selber Fussball spielte, hatte ich zudem Verständnis, wenn es bei einem Spieler mal nicht so lief.

Heute spielt der FC Wettingen in der 2. Liga, der FC Baden in der 1. Liga. Besuchen Sie manchmal noch deren Spiele?

Ja, hin und wieder.

Wie fest tut es weh, wenn Sie an die guten alten Zeiten denken?

Es kommen schon nostalgische Gefühle auf. Ich bin der Meinung, die Region mit ihren vielen Einwohnern müsste doch in der Lage sein, mit eigenen Nachwuchsspielern eine Mannschaft in einer höheren Liga zu stellen.