Die Filmmusik von «Spiel mir das Lied vom Tod» bildete das Entree zur Petitionsübergabe. Passend, ist doch das 97-jährige Kino akut vom Tode bedroht. Geht es nach den Plänen des neuen Eigentümers, soll das «Royal» schon bald 13 Parkfeldern weichen.

Dass dieses Ansinnen in der Kultur-Stadt Baden auf wenig Begeisterung stösst, versteht sich von selbst. Dass es der Interessengemeinschaft (IG) Royal aber gelungen ist, innerhalb von gut zwei Wochen rund 3900 Unterschriften gegen die Abbruchpläne zu sammeln, verdient grossen Respekt. «Weil wir die Petition noch dieses Jahr übergeben wollten, hat die Aktion so viel Fahrt erhalten», ist Andi Hofmann von der IG überzeugt.

Die Übergabe der Petition für das Kino Royal

Die Übergabe der Petition für das Kino Royal

Die IG liess es aber nicht bei der Petition bewenden, sondern überreichte dem Stadtrat gestern Abend gleich noch ein Grobkonzept über die künftige Nutzung des «Royals». «Nur ‹Nein› zu sagen, reicht nicht; wir wollen uns aktiv und kreativ für das Royal einsetzen», sagt Tine Mudri von der IG.

Solange kein Projekt, kein Abbruch

Stadtammann Stephan Attiger stellte den Petitionären denn auch ein gutes Zeugnis aus. «Liebe Royal-Freunde, die Stadt ist begeistert über Ihre originelle Aktion; typisch Baden halt.» Er beliess es aber nicht beim Lob, sondern überreichte den rund 70 Anwesenden ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk in Form dieser Nachricht: «Wir stehen in gutem Kontakt mit dem Eigentümer. Ich darf Ihnen sagen, dass für die Stadt ein Abbruch kaum infrage kommt, solange kein definitives Projekt vorliegt.»

Ein Vertreter der IG Royal gibt Auskunft

Ein Vertreter der IG Royal gibt Auskunft

Mit anderen Worten: Das «Royal» wird wohl nicht einem Parkplatz weichen müssen, auch wenn noch nichts schriftlich sei, so Attinger. Gleichzeitig fordert er die Petitionäre auf, eine Trägerschaft für die kulturelle Zwischennutzung auf die Beine zu stellen. «Nach diesem Aufmarsch ist das wohl das kleinste Problem.»

Andi Hofmann zeigt sich über diese Nachricht hoch erfreut. «Wir haben solche Gerüchte gehört. Toll, dass die Stadt uns unterstützt.» Man werde sich Anfang nächstes Jahr an die Planung der Zwischennutzung machen. Hofmann: «Das Royal soll im weitesten Sinne ein Kino bleiben.»