Oberrohrdorf
Wird der Oberrohrdorfer Kirchturm zum Antennenmast?

Wenn es nach der Betreiberin Swisscom geht, wird eine Mobilfunkantenne im Kirchturm der katholischen Kirche St. Martin in Oberrohrdorf installiert. Sammeleinsprachen mit 242 Unterschriften möchten dies in der geplanten Form verhindern.

Carolin Frei
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St. Martinskirche in Oberrohrdorf

St. Martinskirche in Oberrohrdorf

Peter Riner

«Wir sind nicht partout gegen solche Antennen», wehrt Gerhard Schraner, Initiant der Sammeleinsprachen, ab. Aber man würde sich als Oberrohrdorfer jedoch schon etwas vor den Kopf gestossen fühlen, wenn die Betreiberin der Kirchenpflege bei der geplanten Mobilfunkantenne von einer kleinen Anlage spreche, diese aber gemäss Richtlinien des Bundesamtes für Kommunikation eine grosse sei.

Antenne in der Nähe der Schule

Eine kleine Anlage würde eine Leistung von bis zu 100 Watt erbringen, die geplante schlage mit 9150 Watt zu Buche. «Dieser Widerspruch stösst uns sauer auf. Und dagegen wehren wir uns. Eine höhere Leistung bringt automatisch eine höhere Strahlung mit sich. Was dies konkret bedeutet, kann man auf der Internetseite von gigaherz.ch, der Schweizerischen Interessengemeinschaft von Elektrosmog-Betroffenen, nachlesen», sagt Schraner.

Zudem stehe die Kirche in unmittelbarer Nähe zur Schule. «Die Kinder sind dort während Jahren dieser Strahlung ausgesetzt.» Das dürfe nicht sein. «Mit einer schwachen bis mittleren Anlage im Kirchturm beziehungsweise mit einer stärkeren Anlage ausserhalb des Siedlungsgebietes können wir uns einverstanden erklären», sagt Schraner - selber Besitzer eines Handys. Ich brauche meines aber meistens nur dann, wenn ich in den Bergen weile», betont Schraner.

Teilt die Gemeinde die Bedenken der Bevölkerung? Gemeindeschreiber Thomas Busslinger: «Betreffend Strahlenbelastung habe ich keine Bedenken. Die wird vom Kanton geprüft.» Die Gemeinde habe derweil die Auflage, alle baurechtlichen Richtlinien zu prüfen. «Wenn ein Antragsteller all diese Punkte erfüllt, hat er Anspruch auf eine Baubewilligung. Dieses Prozedere kommt auch im Fall der Mobilfunkantenne zur Anwendung», sagt Busslinger. Allerdings gilt es vorher noch die Einsprachen, die bis zum 2. Dezember eingegangen sind, zu prüfen. Wann die Einspracheverhandlung ist, ist offen.

Auch Niederrohrdorfer betroffen

Auch Teile von Niederrohrdorf sind vom geplanten Standort der Mobilfunkantenne betroffen. Niederrohrdorfer, die innerhalb des «Strahlungskreises» von 670 Metern wohnen, können bis zum 13. Januar Einsprache erheben. «Ich gehe davon aus, dass noch die eine oder andere kommen wird», sagt Busslinger.

Gibt es denn Alternativen zum geplanten Standort? «Wahrscheinlich schon. Aber eine Antenne muss dort stehen, wo die Menschen sind; im Zentrum. Dafür eignen sich Kirchtürme ideal. Ich habe auch ein Handy und ich erwarte, dass ich damit überall telefonieren kann. Das geht nicht ohne Sendeanlagen», so Busslinger.

Infos unter: www.forummobil.ch oder www.gigaherz.ch