Baden/Windisch

Wirtschaftssimulator begeistert Jugendliche

Schülern der Bezirksschule Baden wird an der Fachhochschule Wirtschaft nähergebracht.

Das Klicken von Kugelschreibern erfüllt den Raum. Alle folgen konzentriert dem Anlass. Für die 15 Schüler und Schülerinnen der Bezirksschule Baden wird die offene Passage im dritten Stock der Fachhochschule in Brugg zum Solarpanelmarkt. Mit einer Wirtschaftssimulation wird ihnen das Geschäftsjahr einer Firma näher gebracht. Trotz der geforderten Konzentration bleibt der Spassfaktor nicht auf der Strecke: «Es ist wie Monopoly – nur schwieriger», so ein Schüler der achten Klasse.

Soeben ist für sie das letzte Quartal des simulierten Jahres angebrochen. Nachdem die Eurokrise unerwartet für Umschwung sorgte, befindet sich eine der fünf Gruppen in einem Dilemma. Muss ein zusätzlicher Kredit beantragt oder eventuell sogar Arbeiter entlassen werden?

«Am Anfang waren wir etwas unsicher, doch wir sind sehr überrascht. Im positiven Sinn natürlich», schmunzelt Walter Hugentobler, Projektleiter. Die Schüler hätten das komplexe System der Wirtschaftssimulation sehr schnell verstanden und seien mit vollem Einsatz dabei. Jede Person repräsentiert dabei eine wichtige Rolle in einem Unternehmen. So wird aus einem 15 Jährigen schnell ein Finanzchef. Das Ziel: Finanziell möglichst gut durch das Jahr zu kommen. «Die Jugendlichen sollen einen kleinen Einblick in die Wirtschaftswelt bekommen und lernen, wie man richtig investiert. Der Praxisbezug ist uns dabei sehr wichtig.» Hugentobler weiss wovon er spricht. Er selbst ist Dozent für Betriebswirtschaftslehre und ein langjähriger Unternehmer in Windisch. Kurz darauf wird auch schon nach ihm verlangt. Eine Gruppe steckt in einer Zwickmühle. Ein Spielstein wurde wohl bei einem Zug falsch verschoben und nun stimmt die Buchhaltung nicht mehr. Ein unüberlegter Spielzug kann das ganze System durcheinanderbringen.

Betreut werden die Jugendlichen unter anderem von sechs Studenten, die selber Betriebsökonomie studieren. «Dies geschieht alles auf freiwilliger Basis, man will ja die jüngere Generation fördern», sagt ein Student, der momentan das sechste Semester absolviert.

Die Schüler sind nicht minder begeistert. Die Kombination aus theoretischem Wissen und dem Simulationsfaktor kommt bei den Jugendlichen gut an: «Wirtschaft ist spannender, als ich gedacht habe. Dieser Kurs war ursprünglich nicht meine erste Wahl, aber jetzt überlege ich mir sogar, nach der Bez an die Wirtschaftsmittelschule zu gehen», sagt eine Schülerin abschliessend.

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