Ennetbaden

Wo bleibt der Quartierladen?

Seit Sommer 2014 betreibt Tumucin Demir das «Chrättli» auf der Badener Allmend.

Seit Sommer 2014 betreibt Tumucin Demir das «Chrättli» auf der Badener Allmend.

Vor gut einem Jahr tauchte in Ennetbaden (nicht zum ersten Mal) die Idee, eines durch eine Genossenschaft getragenen Quartierladens auf. Sogar ein Betreiber brachte sich ins Spiel. Doch passiert ist noch nichts.

So waren die Betreiber des «Chrättli» auf der Badener Allmend mit der Idee auf die Gemeinde zugekommen, ennet der Limmat einen zweiten Laden zu eröffnen. Timucin Demir, der das «Chrättli» seit Sommer 2014 zusammen mit Jan Sobhani betreibt, sagte damals: «Wir sind überzeugt, dass die Nachfrage nach einem Quartierladen auch in Ennetbaden gegeben ist. Wir werden nun zusammen mit dem Gemeinderat Möglichkeiten anschauen und dann entscheiden, ob wir einen solchen Laden realisieren.» Gemeindeammann Pius Graf (SP) präsentierte gleich auch eine Idee, wo der künftige Laden dereinst stehen könnte – im alten Feuerwehrmagazin, das nur noch teilweise genutzt wird.

Zum Einkaufen müssen Ennetbadener jedoch auch heute noch auf umliegende Gemeinden ausweichen. Was ist der Stand der Dinge? «Wir sind immer noch hochinteressiert an einem solchen Laden», sagt Gemeindeammann Pius Graf. Weitere Gespräche mit den «Chrättli»-Betreibern hätten aber nicht stattgefunden, was auch einen guten Grund hat. «Damit im Feuerwehrlokal überhaupt ein Laden betrieben werden kann, braucht es eine Anpassung der Bau- und Nutzungsordnung», so Graf. Man habe vergeblich versucht, auf dem «kurzen Dienstweg» vom Kanton grünes Licht zu erhalten. Sprach Graf vor einem Jahr noch von mehreren Standortoptionen, ist für ihn heute klar: «Wenn ein solcher Laden realisiert wird, dann an ehesten im alten Feuerwehrlokal.» An der Sommergmeind 2017 soll die BNO-Revision den Einwohnern vorgelegt werden. Selbst wenn die Revision angenommen würde, müsste mit der Feuerwehr noch deren Platzbedürfnis verhandelt werden, sagt Graf.

Doch hat es überhaupt Platz?

Auf Anfrage sagt Florian Immer, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Baden: «Das Magazin wir heute von uns und dem Werkhof benutzt.» So seien dort unter anderem ein Tanklöschfahrzeug und zwei Personentransporter stationiert. Hat es also gar keinen Platz für einen Laden? Gemeindeammann Graf: «Die Feuerwehr muss nicht umziehen und das wollen wir auch nicht.» Aber man würde sicher eine Lösung finden; ob obere Ebene, untere Ebene, mit An- und/oder Umbauten, ist Graf überzeugt «Da gibt es viele Möglichkeiten. Auch in Abhängigkeit von Bedürfnissen und dem Konzept des Ladens.»

Doch will man in Ennetbaden überhaupt einen solchen Laden? Vor einem Jahr sagte Graf, man werde im Rahmen der weiteren Planung sicher auch die Meinung der Bevölkerung abholen. Doch aktiv unternommen hat die Gemeinde bis jetzt noch nichts. Immerhin: Im Rahmen einer Projektwoche habe eine Ennetbadener Schulklasse innert drei Wochen rund 250 Unterschriften für einen solchen Laden gesammelt.

Auf Anfrage bestätigt auch Timusin Demir, dass das Interesse an einem zweiten Laden immer noch da sei. Nach dem letzten Artikel habe er viele positive Reaktionen von Ennetbadenerinnen und Ennetbadenern erhalten. «Der Ball liegt aber bei der Gemeinde.» Für Demir ist auch klar, dass ein solcher Laden nur auf Basis einer Genossenschaft betrieben werden kann.

Grossverteiler winkten ab

Weil der Wunsch nach einem eigenen Dorf- und Quartierladen laut Graf immer wieder an die Gemeinde herangetragen werde, habe die Gemeinde in der Vergangenheit wiederholt versucht, einen Grossverteiler nach Ennetbaden zu locken – bisher vergeblich. «Grosseinkäufe werden nicht in Ennetbaden getätigt. Vielmehr brauchen die Bewohner einen Laden, wo sie schnell noch das Nötigste finden und doch muss diese Ware Topqualität haben.» Vor diesem Hintergrund hätten alle Grossverteiler dankend abgewinkt, so Graf.

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