Am Mittwoch drängten sich besonders viele Jugendliche ins Badener «ask!». Denn wie jedes Jahr führte die Berufsberatung eine Lehrstellenbörse durch. Im Eingang erfolgt die Anmeldung, dann erhalten die angehenden Lehrlinge Dossiers zu ihren gewünschten Berufen. In diese können sie sich einlesen, bevor sie dann an den diversen Ständen die Lehrbetriebe kennenlernen können. Ausserdem haben die Jugendlichen die Möglichkeit, ihr Bewerbungsdossier mit einem Berufsberater zusammen anzuschauen und Tipps zu erhalten.

«An diesem Tag ‹räblet› es immer bei uns», sagt die Standortverantwortliche Regula Bürge lachend. Im letzten Jahr hätten sich rund 200 Jugendliche an der Lehrstellenbörse über ihren zukünftigen Beruf schlaugemacht. Auch gestern war der Andrang gross: etwa 100 Anmeldungen erhielt das «ask!» allein am Standort Baden. Viele würden aber auch unangemeldet erscheinen. Zwölf Lehrbetriebe informierten am Mittwoch über ihre Berufe, darunter etwa die Firma Maler Wind aus Baden oder Thut Elektro aus Klingnau.

«Viele Infos und breites Angebot»

Die beiden Lehrbetriebe sind das erste Mal an der Lehrstellenbörse. «Wir haben früher sechs Jahre lang unsere Firma intern vorgestellt», erzählt Roland Müller von Maler Wind. «Da nahm aber die Nachfrage ab. Deshalb sind wir heute wieder hier.» Der erste Eindruck der Börse sei sehr positiv: «Die Jugendlichen erhalten viele Infos und ein breites Angebot an verschiedenen Berufen», so der Maler. Er ist zusammen mit seiner Lehrtochter angereist. «Wenn die Jugendlichen mit einer Person in ihrem Alter reden können, senkt das die Hemmschwelle», weiss Müller. «Ich bereue die Berufswahl nicht», sagt Lehrling Anna Seiler sogleich. «Ich finde es schön, am Abend zu sehen, was man gearbeitet hat.» Diese Begeisterung möchte sie gerne weitergeben.

Auch der Eindruck, den Stefan Hauenstein und Manuel Heimgartner von Thut Elektro haben, ist durchaus positiv: «Wir sind sehr überrascht, die Börse ist gut organisiert», betonen die Verantwortlichen. Dank den Dossiers, die die Jugendlichen bereits vor den Gesprächen mit den Lehrverantwortlichen der jeweiligen Betriebe erhalten, seien sie gut vorbereitet. «Wir haben auch schon den einen oder anderen Kandidaten im Auge», verrät Heimgartner. Zum Glück – denn die Firma müsse seit einigen Jahren vermehrt darum kämpfen, ihre Lehrstellen zu besetzen. «Der Ruf von Leuten auf dem Bau hat abgenommen. Deshalb haben wir je länger, je mehr Mühe», sagt Heimgartner. «Und genau deshalb sind wir hier», ergänzt Hauenstein lachend.

Kennenlernen wird geschätzt

Nicht nur bei den Betrieben kommt die Lehrstellenbörse gut an, sondern auch die Jugendlichen schätzen die Möglichkeit des persönlichen Gesprächs: «Ich finde das Kennenlernen wichtig», sagt beispielsweise ein Teenager. «So habe ich auch die Möglichkeit, etwas über mich erzählen zu können.» Ihr Kollege pflichtet ihr bei: «Hier kann ich mich so zeigen, wie ich bin. Dann halten die Betriebe nicht nur meinen Lebenslauf in den Händen.» Auch dass die Jugendlichen die Möglichkeit haben, ihr Dossier gegenlesen zu lassen, kommt gut an. Das zeigt sich an Flipcharts, die am Ausgang stehen. «Der Anlass hat meine Erwartungen erfüllt», steht darauf. Darunter drei Smileys, ein lachendes, ein neutrales und ein wütendes. Die Jugendlichen können Punkte setzen und so den Anlass bewerten: Die meisten finden sich um das lachende Smiley herum.

«Das machen wir zum ersten Mal», erzählt Regula Bürge. «So erhalten wir nun auch die Rückmeldung der Jugendlichen.» Von den teilnehmenden Firmen habe die Beratungsstelle viele positive Feedbacks erhalten. «Die Kinderkrippe Kolibri hat beispielsweise im letzten Jahr ihre zwei Lernende durch unsere Börse gefunden», sagt Bürge. «Das ist für uns natürlich eine schöne Bestätigung.» Nicht allen liefe es aber gut: «Gewisse Betriebe haben Mühe, weil die Nachfrage zu wenig vorhanden ist», so Bürge. Dieses Jahr sei es aber sehr ausgeglichen, es gäbe für jeden Beruf Interessenten. Deswegen habe sich die Börse sicher gelohnt. Bürge ist überzeugt, dass dahinter ein gutes Rezept steckt: «Wir können sowohl Betrieben als auch Lernenden eine Plattform zum unverbindlichen Kennenlernen bieten.»

Am Samstag, 16. März, findet von 9 bis 12.30 Uhr die Maturitätsmesse im Badener «ask!» an der Schmiedestrasse statt.