Vergangen sind die harten Zeiten, in denen die Hausfrauen nebst der Erziehung ihrer Kinder schwere Arbeit von Hand leisten mussten. Nun lädt der Vorstand des Museumsvereins Bellikon im Rahmen des internationalen Museumstags am 20. Mai, 10 bis 15 Uhr, zur Vernissage der Sonderausstellung «Hausfrau im Wandel der Zeit» ein. «Wir wollen in Erinnerung rufen, was eine Hausfrau früher alles leisten musste», sagt Josef Monn, Präsident des Museumsvereins. Damit der Anlass lebendig wird, versetzen die «Wöschwyber aus Seengen» mit ihren Darbietungen in alte Zeiten.

Vom Waschbrett bis zur Maschine

Um einen Einblick ins Schaffen der Hausfrau zu geben, wurde die Räumlichkeit im Schulhaus während eines Monats von den Vorstandsmitgliedern Peter Gysi und Erhard Riesen umgebaut und die Ausstellung neu gestaltet. «Unser Ausstellungsraum ist das älteste Schulzimmer in Bellikon», freut sich Monn. Gezeigt werde, wie vor 100 Jahren gewaschen, geputzt, gekocht und gebügelt wurde. «Ein grosser Teil des Ausstellungsgutes gehört dem Ortsmuseum. Vereinzelte Stücke haben wir leihweise von Einwohnern aus Bellikon erhalten», sagt Monn. Die Firma Miele stelle ihnen eine alte Waschmaschine und einen Staubsauger aus den 30er-Jahren zur Verfügung. «Weiter zeigen wir Bilder und Fotografien, so zum Beispiel von der Waschmaschinenproduktion der Firma Merkker in Baden.» Natürlich gebe es einen Link in die heutige Zeit. «Wir zeigen, wie sich Haushaltsutensilien entwickelt haben.»

Erinnerungen an die Kindheit

Mit der Ausstellung werden für den 75-jährigen Josef Monn viele Erinnerungen wach: «In vielen Häusern gab es weder Wasser noch Strom, vorhanden war ein Plumpsklo, aber kein Bad; geschweige denn eine Waschküche.» Seine Mutter habe aufgrund einer Pockenimpfung mit 12 Jahren den Arm verloren. «Dennoch hat sie den Haushalt alleine bewältigt.» Er erinnere sich noch an den Waschhafen, in dem seine Mutter die Wäsche sauber gemacht habe. «Am Ende des Waschtages wurden ich und meine drei Brüder in der restlichen Wäschelauge geschrubbt», sagt er und lacht. Das Leben der Hausfrauen sei heute viel einfacher.

Frauen ein Jahr im Vordergrund

Wehmut oder alte Erinnerungen sind nicht Grund für die Themenwahl. «Da wir bei unserer letzten Ausstellung ‹Industrie am Rohrdorferberg› Männer ins Zentrum rückten, konzentrieren wir uns jetzt auf Frauen», erklärt Monn. Zudem sei das Jahr der Frau der richtige Zeitpunkt.

Die Ausstellung zur Hausfrau sei die erste eines dreiteiligen Zyklus. Im Oktober starte die Ausstellung «Textile Techniken und Familie». «Der dritte Teil ‹Aussenbereiche und Vorratshaltung› beginne im Mai 2013. Während der Ausstellungsdauer plane die Vizepräsidentin des Museumsvereins Irene Briner verschiedene Sonderprojekte.

Info Museum: www.mvb.mffa.ch