Baden
Wohnen über Werkstatt: Hoher Landpreis zwingt Garage zu Projekt

Der Schopf hinter der Tinner-Garage und ein weiteres Gebäude im Kappelerhof werden einem Neubau weichen. Das Areal in der Grössenordnung von 5000 Quadratmetern gehört der Ruedi Tinner AG, die dort eine Werkstatt mit Showroom betreibt.

Patrick Hersiczky
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Oben wohnen, unten arbeiten: Die Tinner-Garage baut im Kappelerhof über der neuen Werkstatt acht Wohnungen.

Oben wohnen, unten arbeiten: Die Tinner-Garage baut im Kappelerhof über der neuen Werkstatt acht Wohnungen.

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«2008 haben wir das Land gekauft. Wir wussten immer, dass wir die sanierungsbedürftigen Gebäude eines Tages ersetzen müssen», sagt Geschäftsführer André Tinner.

Das Neubauprojekt umfasst neben einer neuen Werkstatt und einem zusätzlichen Showroom acht Wohnungen. Die Kosten sind auf zehn Millionen Franken veranschlagt.

Vier Attikawohnungen stehen zum Verkauf und kosten zwischen 1,145 und 1,245 Mio. Franken. Für die Mietwohnungen rechnet Tinner mit Mieten zwischen 1900 und 2250 Franken pro Monat.

«Der Landpreis in Baden ist für die alleinige Nutzung einer Garage zu hoch. Deshalb haben wir mit der Stadt ein Projekt entwickelt, das auch Wohnungen ermöglicht.» Damit möchte die Tinner-Garage den Kappelerhof aufwerten. Die Quartierbewohner scheinen dem Projekt nicht abgeneigt zu sein, hat es doch keine Einsprache gegeben.

«Anfänglich hatten wir die Idee, nur Gewerberäume zu realisieren, doch davon gibt es in Baden genug», sagt Tinner. Auch habe es Investoren gegeben, die das ganze Areal gerne übernommen hätten. Für André Tinner und seinen Vater war aber klar: «Wir möchten eine Garage in Kundennähe betreiben.»

Für die Ruedi Tinner AG scheint es finanziell vorerst aufzugehen: «Wir haben für die Eigentumswohnungen bereits Interessenten.» Die Immobilienpreise seien gemäss Tinner für Baden attraktiv.

Der Ausbaustandard ist mit einem Küchenbudget von 40 000 Franken einigermassen hoch. Da der Garagenbetrieb aus finanziellen Gründen nicht unterbrochen werden kann, baut die Tinner AG in Etappen.

Im Herbst wird der Kiesplatz beim alten Schopf mit einer Einfahrtsbühne erhöht. «Ende Jahr planen wir den Rückbau des Schopfes, wo das Wohnhaus und die neue Werkstatt entstehen werden.» Der Umzug in die neue Werkstatt ist auf 2016 vorgesehen. 2017 können die Wohnungen bezogen werden. Auf die Frage, ob eine Werkstatt den Wohnbereich nicht stört, meint Tinner: «Heute ist eine Werkstatt nicht mehr ein lautes Gewerbe.» Zudem gibt es eine zusätzliche Schallschutzdämmung.

Weitere Projekte im Kappelerhof

Das Projekt der Tinner AG ist das erste von mehreren Wohnbauprojekten im Gebiet Brugger- und Stockmattstrasse. Das gegenüberliegende Gebäude, wo sich ein Denner-Satellit befindet, wird auch einem Neubau weichen müssen. Was mit dem Ladenlokal geschieht, ist laut Denner-Medienstelle noch unklar.

Für Maurizio Savastano, Medienverantwortlicher beim Quartierverein Kappelerhof, ist wichtig: «Als Quartierverein mischen wir uns bei privaten Projekten nicht ein. Wir begrüssen aber, dass mit neuem Wohnraum der Kappelerhof aufgewertet wird.»