Neuenhof

Wünsche der Generation Ü55: Gemeinderat überrascht über mehr als 120 Interessierte

Andreas Muff, parteiloser Gemeinderat lud die Neuenhofer Einwohner über 55 zum Workshop.

Andreas Muff, parteiloser Gemeinderat lud die Neuenhofer Einwohner über 55 zum Workshop.

Die Gemeinde organisierte einen Workshop für Menschen ab 55, um ihre Bedürfnisse abzuholen. Über 120 Personen brachten sich ein – und ihre Vorschläge fanden Anklang.

Über 2000 Einladungen hat die Gemeinde Neuenhof an Einwohnerinnen und Einwohner, die über 55 Jahre alt sind, verschickt. Sie wurden dazu eingeladen, sich an einem Workshop mit dem Titel «Analyse Altersarbeit Neuenhof» einzubringen. «Erwartet habe ich etwa 50, 60 Personen», sagt der zuständige Gemeinderat Andreas Muff (parteilos). Gekommen sind am Ende über 120: «Es hat mich total überrascht, dass dieses Thema unsere Bevölkerung so bewegt.» Es freue ihn sehr, dass Menschen dieser Altersgruppe die Möglichkeit zur Mitbestimmung nutzen wollten.

«Es geht uns nicht darum, ein Altersleitbild zu erstellen, so wie es andere Gemeinden bereits haben», sagt Muff. Viel mehr wolle man einfach das Beste für Neuenhofer ab 55 Jahre herausholen. Der Workshop habe gezeigt, dass zwar vieles stimme und sehr gut laufe, «aber nicht zu 100 Prozent». So sei beispielsweise das Billettlösen am Billettschalter thematisiert worden, das viele Menschen beschäftige, weil es so schwierig geworden sei. «Hier können wir als Gemeinde aber fast keinen Einfluss nehmen», erklärt Muff.

Ganz anders beim Thema öffentliche WCs, die den Senioren in Neuenhof fehlen: «Wir wissen doch, dass ältere Leute gerne reisen. Ihnen würde es sehr entgegenkommen, wenn sie am Bahnhof Zugang zu einem öffentlichen WC hätten.» Das sei eine der Massnahmen, bei denen sie als Gemeinde schneller handeln können. «Das WC beim Bahnhof soll im Herbst in Angriff genommen werden», so Muff.

Begegnungsplatz für Jung und Alt

Schnell umzusetzen wäre auch ein Begegnungsplatz für Jung und Alt – ein Wunsch, der von den Anwesenden ebenfalls kommuniziert wurde. «Wir haben eine grosse Wiese vor dem Gemeindehaus, die schnell und einfach zu einer solchen Begegnungszone umgestaltet werden könnte», so Muff. Zum Beispiel mit ein paar Bänken, einer kleinen Bühne, um Konzerte zu veranstalten oder einer Pétanque- Fläche.

Andere Themen, die angesprochen wurden, benötigen mehr Zeit. So zum Beispiel betreutes Wohnen im Alltag: «Das ist ein grosser Brocken», erklärt Andreas Muff, «aber ganz klar, betreutes Wohnen fehlt in Neuenhof.» Ein solches Angebot könne nicht von heute auf Morgen umgesetzt werden, trotzdem will die Gemeinde auch das in Angriff nehmen: «Das wird ein langwieriger Prozess. Es braucht einige Zeit, bis dies verwirklicht ist.»

Massnahmenkatalog geplant

Der Anlass wird nun durch die Arbeitsgruppe Altersarbeit zusammen mit dem Fachspezialisten von Pro Senectute ausgewertet. Bis Ende Jahr soll ein Analysebericht mitsamt Massnahmenkatalog vorliegen. Dort soll detailliert aufgelistet werden, was schnell und was langfristig umgesetzt werden soll. Der Katalog werde auch der Bevölkerung vorgestellt. Noch ist nicht klar, in welchem Rahmen.

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