Würenlos
Nach Kritik: Gemeinderat hält am Alterszentrum-Standort fest – Baugesuch verzögert sich weiter

Kritiker des Alterszentrum-Projekts Margerite forderten, dass dieses nicht neben Furtbach und Zentrumsscheune gebaut werden soll. Der Gemeinderat weist diesen Vorschlag nun aber zurück.

Philipp Zimmermann
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So sah das Siegerprojekt Margerite für das Alterszentrum aus, inzwischen ist es in der Höhe und im Volumen angepasst worden.

So sah das Siegerprojekt Margerite für das Alterszentrum aus, inzwischen ist es in der Höhe und im Volumen angepasst worden.

zvg

Eine Gruppe von Anwohnern und weiteren Einwohnern von Würenlos hatte vor einigen Wochen den Standort des geplanten Alterszentrums Margerite kritisiert. Dieses soll auf der Zentrumswiese entlang des Furtbaches und neben der Zentrumsscheune zu stehen kommen. Die Gegner dagegen fordern, dass das Alterszentrum auf der anderen Seite der grossen Wiese, mit einigem Abstand zur Zentrumsscheune und zum Furtbach, erstellt wird. Sie verschickten ein Flugblatt mit ihrer Forderung an den Gemeinderat und die Würenloser Haushalte.

Der Gemeinderat hat nun darauf reagiert: Nach der Prüfung von «alternativen Anordnungen der Gebäude» kommt er gemäss Mitteilung zum Schluss: «Geprüft wurden insbesondere Gebäudestandorte im nordwestlichen Teil der Zentrumswiese – also in vergrössertem Abstand zum Furtbach. Dabei hat sich dem Gemeinderat unmissverständlich gezeigt, dass sich eine Änderung des vorgeschlagenen Standorts sowohl aus städtebaulicher Sicht als auch aus betrieblichen Überlegungen nachteilig auf das vorgesehene Alterszentrum inklusive seiner Umgebung auswirken würde.»

Die Zentrumswiese mit der Zentrumsschür hinten rechts, an welcher der Furtbach vorbeifliesst. Der vordere, leicht erhöhte Bereich soll nicht fürs Alterszentrum überbaut werden. Der Bereich hinter dem Weg schon.

Die Zentrumswiese mit der Zentrumsschür hinten rechts, an welcher der Furtbach vorbeifliesst. Der vordere, leicht erhöhte Bereich soll nicht fürs Alterszentrum überbaut werden. Der Bereich hinter dem Weg schon.

Philipp Zimmermann

Vorbehaltlose Unterstützung für geplanten Standort

Der Gemeinderat unterstütze vorbehaltlos die bestehende Absicht des Verwaltungsrates der Alterszentrum AG, für das inzwischen hinsichtlich Gebäudevolumen und Gebäudehöhe angepasste Projekt Margerite am ursprünglich vorgesehenen Standort entlang des Furtbachs per Ende 2021 ein Baubewilligungsgesuch einzureichen. Das bedeutet eine weitere Verzögerung. Gemeindeammann Anton Möckel hatte an einer Infoveranstaltung Anfang Anfang Mai gesagt, dass das Baugesuch im Herbst statt im Sommer 2021 eingereicht werden solle.

Bei der Prüfung des vorgeschlagenen Standorts hat der Gemeinderat auf verschiedene städtebauliche Varianten zurückgegriffen. Diese hatte das Architekturbüro Fiechter & Salzmann ausgehend von ihrem Siegerprojekt Margerite im Auftrag des Verwaltungsrates der Alterszentrum Würenlos AG und der gemeinderätlichen Baukommission entwickelt.

Beschwerde angekündigt

Die Kritiker fordern, den Platz neben Zentrumsscheune und dem anliegenden Furtbach frei zu lassen. Neben der Scheune soll ein Begegnungsraum für Jung und Alt entstehen, der etwa für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden könnte. Im Projekt Margerite ist dagegen ein Zentrumsplatz auf dem Teil der Zentrumswiese neben der Coop-Überbauung vorgesehen. Die Gruppe setzt beim jetzigen Projekt Fragezeichen bei Ortsbildschutz, Gewässerschutz oder Erschliessung. Es brauche einen grösseren Abstand der Margerite-Bauten zum Furtbach und den historischen Altbauten wie der Zentrumsscheune. Zudem würden sich so «kostspielige Massnahmen» für den Hochwasserschutz des Alterszentrums erübrigen, schrieben sie im Flugblatt. Sie hatten angekündigt, zum Baugesuch eine Beschwerde einzureichen.

Schon vor acht Jahren hatte sich das Stimmvolk von Würenlos für die Zentrumswiese als Standort für das Alterszentrum entschieden. Auf ein solches wartet die 6600-Einwohner-Gemeinde schon seit Jahrzehnten. Bereits 1960 begann die Gemeinde, Geld für einen solchen Bau auf die Seite zu legen. Anfang 2019 wurde im Rahmen eines Wettbewerbs das Siegerprojekt Margerite auserkoren.

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