Würenlos
Umstrittene Deponie Steindler ist vom Tisch – Gemeinderat zieht Schlussstrich

Die Mediation für die umstrittene Aushubdeponie Steindler startete vor fast einem Jahr, nahm aber nie Fahrt auf. Nun zieht der Gemeinderat die Konsequenz.

Philipp Zimmermann
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Mit einer Ballon-Aktion begann die Mobilisierung der IG Nein zur Aushubdeponie Steindler/Teufermoos. (7. November 2020)

Mit einer Ballon-Aktion begann die Mobilisierung der IG Nein zur Aushubdeponie Steindler/Teufermoos. (7. November 2020)

zvg

Vor bald einem Jahr lancierte die Betreibergesellschaft Dereba AG eine Mediation zur geplanten Aushubdeponie Steindler in Würenlos – jetzt steht fest: Die Mediation ist gescheitert.

«In der Konsequenz hat der Gemeinderat Würenlos entschieden, den sistierten Antrag zur Festsetzung des Standorts Steindler abzuweisen», teilt der Planungsverband Baden Regio mit. Anton Möckel, Gemeindeammann in Würenlos, bestätigt dies auf Anfrage.

Fahrt im eigentlichen Sinn nahm die Mediation nie auf. Die Gegner boykottierten sie von Anfang an, weil sie grundsätzlich gegen die Deponie sind und deshalb keinen Grund für einen Gesprächsbedarf im Rahmen einer Mediation sahen. Möckel sagt:

«Irgendwann ist klar geworden: Es sind nicht alle am Tisch. Der Versuch der Mediation ist gescheitert.»

Bei den Gegnern handelt sich um die IG Nein zur Deponie Steindler/Teufermoos sowie den Gemeinderat der Zürcher Gemeinde Otelfingen. Die Deponie war zwar auf Würenloser Boden geplant, jedoch an der Grenze zur Nachbargemeinde Otelfingen – und in Sichtweite dieses Dorfes.

Enormer Widerstand gegen Deponie

Die IG hatte einen im Aargau bisher beispiellosen Widerstand für ein solches Projekt entfacht: Bei der kantonalen Vernehmlassung zum nötigen Richtplaneintrag gingen beim zuständigen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) nämlich rund 3150 ablehnende Eingaben ein – allein 1060 aus Würenlos, das rund 6500 Einwohner zählt. Viele stammten aus der Zürcher Nachbarschaft mit Otelfingen.

Eigentlich habe der Gemeinderat von Würenlos schon vorgehabt, damals den Richtplanantrag abzuweisen. Auf Bitte der Dereba AG habe er sich nicht gegen die Mediation verschliessen wollen. «Diese Chance haben wir ihnen geben wollen.»

«Wohin mit unverschmutztem Aushubmaterial?», fragt Baden Regio im Titel seiner Medienmitteilung. Der Handlungsbedarf sei gross. «Bestehende Kiesgruben werden in wenigen Jahren aufgefüllt sein und die Kiesgewinnung im Limmattal ist bald ausgeschöpft», schreibt Baden Regio weiter. Die Arbeiten für Evaluation des Standorts der Deponie hatten mehrere Jahre gedauert. Die Dereba muss wohl oder übel Investitionskosten abschreiben.

«Ich bedaure, dass die Mediation nicht zu Stande gekommen ist», sagt Roland Kuster, Präsident von Baden Regio. Und fügt an:

«Wegen der anhaltenden Bautätigkeit im Limmattal brauchen wir eine Deponie für den Ostaargau. Wir können den Aushub ja nicht durch den schon stark belasteten Baregg in den Westaargau karren.»

Wie geht es nach nun weiter? «Das wissen wir noch nicht», antwortet Kuster. «Wir müssen uns nun mit den Verantwortlichen beim Kanton und den Deponiebetreibern zusammensetzen und die Suche nach möglichen Standorten neu aufgleisen.»

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