Baden
Wunderbare Ausblicke auf die Stadt: Zu Fuss von Chänzeli zu Chänzeli

Die Panorama-Stadtwanderroute «Chänzeli-Tour» ist zum Anfang der Wandersaison fertiggestellt worden. Ihren Namen hat sie von den beiden höchsten Aussichtspunkten, die wie kleine Kanzeln aussehen.

Julia Stückelberger
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Die Rebberge von Ennetbaden
13 Bilder
Unterwegs kann man sogar auf Toilette gehen
Die Wegweiser, die durch die Chänzeli-Tour führen
Die Thermalbank
Die letzte Station, Ruine Stein
Die steile Treppe zum Hertenstein hoch
Die Grünabfuhrtonne mitten im Wald
Die gedeckte Holzbrücke
Die Aussicht vom Martinsberg-Chänzeli
undefined Die Aussicht vom Hertenstein-Chänzeli auf die Limmat und die Bäder.
Das schöne Bäderquartier
Das Hertenstein-Chänzeli
Panorama-Stadtwanderroute «Chänzeli-Tour»

Die Rebberge von Ennetbaden

Julia Stückelberger

Die erste Station der Chänzeli-Tour ist das Infobüro am Bahnhof Ost in Baden. Dort bekomme ich für meinen Selbstversuch die Broschüre, in der auf einer Karte die Route eingezeichnet ist. Mir wird erklärt, dass ich den weissen Wegweisern folgen muss, die mit Chänzeli-Tour angeschrieben sind. Die Tour geht los. Der Promenadenlift bringt mich zur Limmatpromenade hinunter. Dort treffe ich Sportler, Pärchen und Mütter mit Kinderwagen an. Meine Wanderung geht Richtung gedeckte Holzbrücke. Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert. Östlich der Holzbrücke steht das Landvogteischloss, in dem heute das Historische Museum untergebracht ist. Dort könnte ich eine erste Pause einlegen und in die Geschichte von Baden eintauchen.

Ich setze jedoch meine Wanderung jedoch fort und nehme mir den Aufstieg zum Schartenfels unter die Füsse. Die Treppe ist steil, die Hitze treibt mir den Schweiss ins Gesicht. In der Hälfte des Aufstiegs entdecke ich eine Steinbank mit einem Schild, auf dem eine Telefonnummer steht – ein sogenannter Audioguide.

Ich tippe die Gratisnummer in mein Handy ein und höre gespannt zu, was mir die Stimme über die Flora und Fauna des Schartenfelses erzählt. Nun muss ich den Rest der Treppen noch erklimmen, um zur ersten Ruhestation zu kommen, dem Restaurant Schartenfels. Von dort hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt Baden. Die Pächterin Denise Riederer erzählt, dass alle möglichen Leute ins Restaurant Schartenfels kommen – viele ausländische Arbeiter von Alstom und ABB, aber auch einheimische Wanderer.

Nach dieser Verschnaufpause bin ich bereit für den Abstieg. Die Route führt mich weiter nach Ennetbaden. Dort verpasse ich einen Wegweiser und muss noch einmal umkehren. Schliesslich lande ich bei der nächsten Station, die mich durch die Rebberge von Ennetbaden führt. Diese Strecke bis zum Hertenstein-Chänzeli ist sehr anstrengend und steil, aber auch der landschaftlich schönste Teil der Wanderroute.

Nach eineinhalb Stunden habe ich das Hertenstein-Chänzeli erreicht. Jetzt brauche ich eine Pause und geniesse die schöne Aussicht. Zum Glück geht der Weg weiter durch den Wald – die Abkühlung tut gut. Gutes Schuhwerk ist Pflicht bei dieser Tour, denn der Weg durch den Wald führt über Stock und Stein. Auch muss ich sehr aufmerksam sein, damit ich die Wegweiser nicht verpasse. Mitten im Wald entdecke ich eine Tonne für die Grünabfuhr. Wer die wohl vergessen hat? Bis jetzt ist mir keine Menschenseele über den Weg gelaufen.

Nach einem langen Abstieg durch Ennetbaden komme ich im Bäderquartier an. Schon von weitem rieche ich das Wasser der Thermalbank. Als ich bei der Bank ankomme, ziehe ich meine Schuhe und Socken aus und bade meine Füsse. Das 47 Grad heisse Wasser entspannt meine mittlerweile schmerzenden Füsse, die mich fast zwei Stunden über Stock und Stein getragen haben. Drei Chinesinnen unterhalten sich lautstark und fotografieren sich auf der Thermalbank. Der junge Mann neben mir beobachtet sie amüsiert. Lange kann ich nicht bleiben, da noch ein gutes Stück Weg vor mir liegt. Barfuss gehe ich weiter Richtung Kurpark, bis meine Füsse trocken sind.

Ich durchquere den Park. Nun schlage ich den Weg Richtung Martinsberg ein. Nach einem steilen Aufstieg stehe ich plötzlich vor einer Abzweigung mitten im Wald und sehe keine Wegweiser mehr. Ich schlage den linken Weg ein. Unsicher kehre ich nach einer Weile wieder um, weil ich immer noch keinen Wegweiser sehe. Ich entscheide mich, bei der Stadt Baden anzurufen und nach dem Weg zu fragen. Sie können mir Auskunft geben und ich setze meinen Weg fort. Nach zweieinhalb Stunden erreiche ich den letzten Höhepunkt: das Martinsberg-Chänzeli. Jetzt folgt der Abstieg zur Ruine Stein. Ich bin froh, darf ich die vielen Treppen der St.-Nikolaus-Stiege hinabsteigen.

Nach drei Stunden und 15 Minuten erreiche ich die Badener Altstadt. Die Chänzeli-Tour ist wunderschön, aber anstrengend. Nur die Wegweiser im Wald sollten auf ihre Vollständigkeit hinüberprüft werden, sonst geht der eine oder andere Chänzeli-Wanderer im Wald verloren.

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