Wettingen
Wurde der Asbest aus der Schaustellerhalle richtig entsorgt?

Anwohner befürchten, dass beim Rückbau der Schaustellerhalle in Wetingen nicht sorgfältig genug vorgegangen wurde und giftiger Asbest in die Umwelt gelangen konnte.

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Nur noch das Skelett mit den geschwungenen Freitrag-Leimbindern ist von der Schaustellerhalle übrig geblieben.Dieter Minder

Nur noch das Skelett mit den geschwungenen Freitrag-Leimbindern ist von der Schaustellerhalle übrig geblieben.Dieter Minder

Nur noch die beeindruckende Holzkonstruktion mit den Freitrag-Leimbindern ist von der Schaustellerhalle an der Fohrhölzlistrasse übrig geblieben. Auch sie werden bald demontiert sein. Die Fassadenverkleidung, weitgehend Welleternit, wurde entsorgt. Genau darum hat sich eine Kontroverse entwickelt. Nachbar Thomas Bodmer befürchtete, dass die Arbeiten nicht sachgemäss erfolgten und Asbest in die Umwelt gelangte. Die Anwohner hätten festgestellt, dass zerbrochene Eternitplatten herum lagen.

Abbruchspezialist an der Arbeiten

«Wir haben die Halle an eine spezialisierte Firma verkauft», sagt Peter Wiederkehr, Geschäftsleiter des Elektrizitäts- und Wasserwerks Wettingen (EWW). Mit dieser sei eine klare Vereinbarung getroffen worden. «Darin wurde festgehalten, dass die SUVA-Vorschriften über die Entsorgung einzuhalten sind.» Dies hat Gemeinderat Daniel Huser in seiner Antwort an Bodmer bestätigt. «Wir haben alle Vorschriften eingehalten», betont Franz Schaffner, Vorarbeiter der Tschudin Rückbau und Demontagen GmbH Ormalingen. Er demontiert mit seinem Arbeitern die Halle. «Das Eternit haben wir in Mulden gelegt und es wurde abgeführt.» Eternitplatten müssen in Innertdeponien entsorgt werden.

Schaffner ergänzt, dass Platten zerbrechen können: «Das ist der Fall, wenn die Schrauben mit denen sie befestigt sind, nicht gelöst werden können.» Gefährlich werde es bei Eternit, wenn mit Trennscheiben gearbeitet werde: «Das haben wir nicht gemacht.» Wesentlich problematischer ist die Entsorgung von schwachgebundenem Asbest wie dem sogenannten Spritzasbest. Dies muss in einem Unterdruckzelt geschehen, damit kein Asbeststaub in die Umwelt gelangt.

Die Tragkonstruktion wird ein zweites Leben haben. «Wir haben sie gekauft und beabsichtigen, sie als Maschinenhalle zu verwenden», sagt Landwirt Leo Meier von der Klosterschüür Würenlos. Sicher werde die Halle eine neue Fassade erhalten. Doch so schnell werde das nicht geschehen, denn: «Wir haben noch kein Baugesuch eingereicht.»