"Jetz muesch luege, jetz knallts und zwar anders", sagt Bedri Asani, lacht, greift zur Schere und Kamm, und beginnt die Haare des albanischen Fussballers Taulant Xhaka zu frisieren. "Vorbereiten für Morgen", berichtet der Coiffeur aus Wettingen seinen Freunden auf Facebook, die via Social Media live beim Haarschnitt zuschauen können. 

Es ist Freitagabend, 21 Uhr, der Vorabend vor dem historischen Spiel der albanischen Nationalmannschaft gegen die Schweiz. Bedri Asani, Inhaber des Friseursalon V.I.P. Coiffeur, hat heute sein Geschäft kurzerhand geschlossen, ist nach Frankreich gereist, und ein Hotelzimmer der albanischen Fussballmannschaft in einen provisorischen Coiffeursalon verwandelt. 

Grund: Er will den albanischen Fussballspieler haartechnisch beistehen. "Ich spürte, wie wichtig es den Jungs ist, bei diesem historischen Spiel für Albanien gut auszusehen", sagt Asani. Eigentlich ist er vor allem für seinen Stammkunden nach Lens gereist. Naser Aliji, linker Aussenverteidiger beim FC Basel, lässt sich seit einem Jahr von Asani die Haare schneiden. Schon einmal in Frankreich, frisierte der Wettinger Coiffeur gleich noch die Haare von vier weiteren albanischen Fussballer mit Schweizerpass. Darunter Shkelzen Gashi und Taulant Xhaka.

Verwaister Coiffeursalon

Auf der Strecke blieben dabei für einmal seine Kunden in Wettingen. Einige Temine musste er kurzfristig absagen. Ein Kunde von Asani schrieb auf Facebook: "Naser weg eu hani de termin müesse verschiebe... !!!" Der albanische Nationalspieler antwortete umgehend: "Hahaah sorry."

Es mache ihn stolz, dass er die Fussballer vor dem wichtigen Spiel frisieren durfte, sagt Asani. "Es war toll mit den Jungs. Die Stimmung war grossartig." Dabei musste der Coiffeur mit dem Haare schneiden pressieren. Ab 23 Uhr galt für die albanischen Spieler Nachtruhe – bis spätestens dann musste Asani seinen provisorischen Friseursalon wieder schliessen.

Trotz Top-Frisuren: Am Samstag verloren die Albaner gegen die Schweizer. Der Wettinger Coiffeur war beim Spiel gegen die Schweiz live vor Ort. Ein kleines Dankeschön der Spieler. Asanis Enttäuschung über die Niederlage hält sich in Grenzen. "Sie haben gut gespielt und bis zuletzt gekämpft." Zudem: "Es gibt ja auch einen Xhaka bei der Schweiz", sagt er und lacht.

Am Sonntag reiste Asani wieder zurück in die Schweiz und betreut seit Montag wieder Kunden in seinem Salon. Würde er bei einem allfälligen Final wieder nach Frankreich reisen zum Haare schneiden. "Auf jeden Fall", sagt der Coiffeur. "Aber das mache ich bereits, wenn wir eine Runde weiterkommen."

Albanien – Schweiz: Die wichtigsten Momente

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