Von ihrer Wohnung im 22. Stockwerk vom Shoppi-Hochhaus aus geniesst sie einen wunderbaren Ausblick in die Weite. Sie liebt Sonnenuntergänge und malt die abendlichen Stimmungen auf ihre eigene Art und Weise. Yassmin Busse lebt seit 24 Jahren in Spreitenbach. Am Freitag lud sie zur Vernissage im Gemeindehaus.

«High Heel City» – so heisst eines ihrer Bilder. Es ist ein eher kleines Werk, Gouache auf Leinwand, 30 Zentimeter breit und 40 Zentimeter lang. Die Stimmung des Werkes ist in den Farben Rot, Blau und Violett gehalten und zeigt die Abendstimmung über Spreitenbach. Es sind etliche Hochhäuser im feurigen Rot der untergehenden Sonne zu sehen. Im Vordergrund steht ein schwarzer Schuh. Er mutet befremdend an, denn er hat keine Sohle. Der Betrachter sieht direkt durch den Schuh hindurch auf die Häuser im Abendlicht.

Sie trotzt unheilbarer Krankheit

«Ich bewundere die Frauen, die auf High Heels gehen», gesteht Yassmin Busse ohne Umschweife, «die sich parat machen für den Ausgang, hübsche Kleider und schöne Schuhe tragen.» Sie selbst kann genau das nicht. 1968 stellten die Ärzte bei ihr eine Diagnose, die ihr Leben verändern sollte: multiple Sklerose, unheilbar – und das mit 18 Jahren.

Doch Yassmin Busse hat einen unbändigen Willen. Sie kämpft sich malend durchs Leben, rüstet sich mit einem Elektro Scooter aus, um mobil zu sein. Mit ihm streift sie durch die schönsten Winkel von Spreitenbach und fotografiert ihre Lieblingsplätze. Die Fotografie, so sagt sie, sei ihre andere grosse Leidenschaft neben dem Malen. Am Computer verfremdet sie ihre Fotografien. So entstehen mithilfe der Mausklicks unter ihren Fingern witzige Kreationen. Da reihen sich auf einmal Palmen zu den Hochhäusern von Spreitenbach. Und grelle Farben, leuchtendes Rot oder Orange, gesellen sich zu den Häusersilhouetten. «Spreitenbach Palm City» oder «Spreitenbach Beach» nennt Yassmin Busse dann ihre Kreationen – witzig, frech und eigenwillig sind sie.

Erfolgreiche Ausstellungen

Peter Haulte, ehemaliger Vizeammann von Spreitenbach, hielt die Laudatio auf die Künstlerin. «Ich kenne Yassmin seit vielen Jahren und ich mag sie», sagte er. Vor 19 Jahren habe er schon einmal an einer Vernissage für sie geredet. Gleich drei Ausstellungen hintereinander habe sie damals gehabt; 1996 in Oberrieden, 1997 in Bellikon und 1999 in Dietikon. Alle drei waren damals erfolgreich.

Ausstellung «Mis Spreitebach»: Die aktuellen Bilder von Yassmin Busse sind noch bis zum 4. März im Gemeindehaus zu sehen.