«Es ist das Zimmer mit der schönsten Aussicht in unserem Haus», sagt Yvonne Feri (SP). Doch viel Zeit, um den Blick auf den Heitersberg zu geniessen hat sie nicht, ihre politischen Ämter Gemeinderätin und Nationalrätin füllen ihren Tag mehr als aus. Sie hat ihren Beruf aufgegeben, um Zeit zu gewinnen. «Fast die Hälfte meiner Zeit bin ich Gemeinderätin.» Die andere Hälfte ist durch ihr Nationalratsmandat ausgefüllt. Dabei stehen ähnliche Themen wie im Gemeinderat im Vordergrund. So verbindet sie die Bedürfnisse der Gemeinden mit der nationalen Politik.

Nationalrätin Yvonne Feri im Interview

Nationalrätin Yvonne Feri im Interview

Deshalb hat sie das Präsidium der Elternbildung Schweiz übernommen und ist Präsidentin der SP-Frauen Schweiz. «Um gut vernetzt zu sein, muss ich mich in verschiedenen Gremien engagieren.» Für die organisatorische Arbeit hat sie für einen halben Tag pro Woche eine Frau angestellt. In Wettingen finden die Gemeinderatssitzungen am Donnerstag statt, doch während der Bundessession trifft sich die Regierung am Montag. Jeweils am Dienstag tritt die SP-Bundeshausfraktion zusammen: «Dann kann ich abends Termine in Wettingen übernehmen.» Eng wird es, wenn am 13. Dezember die Einwohnerratssitzung in die Session fällt. Die Nationalrat tagt bis 19 Uhr und um diese Zeit beginnt die Einwohnerratssitzung. Diesmal wird der Einwohnerrat Priorität haben, denn traktandiert ist eines von Feris wichtigen Geschäften: der Krippenpool.

In der Regel übernachtet Feri zwei bis drei Mal pro Woche in Bern: «Ich habe bei einer Familie ein Zimmer gemietet.» Bis jetzt habe sie die verschiedenen Anforderungen gut erfüllen können. Dazu gehört, dass sie an öffentlichen Anlässen teilnimmt. «Ich will nicht abgehoben politisieren, die Menschen sollen mit mir sprechen können.» Auch nach einem Jahr strahlt sie Freude und Engagement für die Bundespolitik aus.