Wettingen
Zaun demoliert und Hirsche freigelassen: Jetzt ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht

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Ein Unbekannter schnitt ein Loch in den Zaun von Pius Benz. Es ist mittlerweile geflickt.

Ein Unbekannter schnitt ein Loch in den Zaun von Pius Benz. Es ist mittlerweile geflickt.

Claudia Laube

Durch das Loch in die Freiheit: Unbekannte schnitten Anfang Mai ein Loch in den Zaun des Damhirsch-Geheges von Pius und Walter Benz in Wettingen. 90 der 150 Tiere entkamen. Noch ist nicht klar, wer hinter der Tat steckt. Auf einer linksautonomen Onlineplattform wurde am vergangenen Samstag allerdings ein Bekennerschreiben publiziert, wie "20 Minuten" berichtet.

Darin schreibt ein Unbekannter, er habe den Zaun zerstört. Gemäss des Onlineportals stammt er vermutlich aus der radikalen Tierschützerszene. In seinem Eintrag kritisiert er die Haltung von Zuchthirschen in Käfigen zur Fleischproduktion: "Der Mooshof ist kein Gnadenhof für Tiere. Der Gewinn mit ihrem Tod ist der einzige Zweck dieses Hofes!" Die Hirschzucht boome seit rund 15 Jahren in der Schweiz. Er hoffe, dass einige Tiere den Weg in die Freiheit fänden.

Die Kantonspolizei Aargau ermittelt in der Sache. Sie weiss vom Bekennerschreiben, wie Mediensprecher Bernhard Graser gegenüber "20 Minuten" bestätigt. Nun versuche man zu eruieren, wer dahinter stecke.

Mittlerweile sind alle ausgebüxten Tiere wieder zurück auf dem Mooshof. Wären sie nicht zurückgekehrt, hätten sie abgeschossen werden müssen; der Damhirsch ist keine einheimische Art und darf deshalb nicht ausgewildert werden.

Walter Benz wehrt sich gegen die Kritik der Tierschützer an seiner Fleischproduktion. Seine Damhirsche hätten es sehr gut: "Sie sind die ganze Zeit draussen, haben viel Platz und kriegen kein Kraftfutter oder Antibiotika." Ausserdem werde nur ein Teil der Jungtiere geschlachtet und das erst, wenn sie 15 oder 16 Monate alt seien. Hühner würden schon nach vier Wochen geschlachtet.

Der Tele-M1-Beitrag vom 9. Mai:

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