Wiederholt wies Stadtammann Geri Müller bei Finanzdiskussionen im Einwohnerrat auf die laufende Verwaltungsreform hin, die weiteres Spar- und Optimierungspotenzial aufzeigen werde. Ist dieses Papier, das der Stadtrat vor seinen Frühlingsferien noch rasch verschickt hat, das Resultat dieses Prozesses? Als Reform kann diese leicht angepasste Verwaltungsorganisation nicht bezeichnet werden, vielmehr als eine verpasste Chance.

Die veränderten finanziellen Vorzeichen und die ständige Forderung aus dem Einwohnerrat, das Ausgabenproblem an seinen Wurzeln zu packen, hätten zwingend eine grundlegende Reform erfordert. Umso kärglicher ist nun das Resultat ausgefallen: Aus 19 Abteilungen sind durch ressortinterne Verschiebungen 11 gemacht worden.

Gut: Die Führungsspannweite des Verwaltungsleiters wurde verkleinert. Schnittstellenprobleme wie beispielsweise zwischen Tagesbetreuung und Schule, die zwei verschiedenen Ressorts zugeteilt sind, oder zwischen den Bauabteilungen, Liegenschaften und Entwicklungsplanung sind mit dieser kleinen Reform nicht behoben worden.

Hingegen wird mit Standortmarketing, Stadtökologie und Entwicklungsplanung unter dem Titel Stadtentwicklung eine neue Abteilung kreiert. Die Reform zeigt auch, dass sich der Stadtrat selber weder mit den Ressortstrukturen noch der Zahl der Mitglieder auseinandergesetzt hat.

Die Karikatur zur Badener Verwaltungsreform von Silvan Wegmann.

Die Karikatur zur Badener Verwaltungsreform von Silvan Wegmann.

Wenn das vorliegende Organigramm das Resultat der Verwaltungsüberprüfung darstellen soll, dann wurde diese Aufgabe nicht so ausgeführt, wie sie der Einwohnerrat verlangt hatte. Der Verdacht drängt sich auf, dass hier viel Aufwand für wenig Nutzen betrieben worden ist. Weder Synergien noch Sparpotenziale sind ersichtlich, es sei denn, der Stadtrat schickt diesem Papier noch eine überraschende Gebrauchsanweisung nach. Wenn nicht, dann ist höchste Zeit für die nächste Reform.