Zwei Bilder des Hotels Limmathof, das eine Bild schwarzweiss, auf dem anderen sind viele Autos zu sehen – ansonsten sind Perspektive und Motiv gleich, obwohl zwischen den beiden Aufnahmen mehrere Jahrzehnte liegen.

Das Badener Hotel und Spa Limmathof veröffentlicht auf Instagram aktuell viele Bilder dieser Art. Es soll eine Zeitreise sein, ein Einblick in die Geschichte des 1834 gebauten Gebäudes. «Mit den Bildern wollen wir zeigen, dass es den Limmathof in dieser Form schon vor über 180 Jahren gab und wir ein Traditionshaus sind», erläutert Hoteldirektor Lorenz Diebold die Idee der Social-Media-Kampagne.

Für das beschriebene Foto hat er sich mit Hotelhund Bloka ablichten lassen, um den historischen Vergleich bildhaft umsetzen zu können. «Auf Social Media haben wir auch die Möglichkeit, nicht nur einfach mit unseren Angeboten zu werben, sondern den Leuten auch mal solche witzigen Kampagnen zu bieten», so der Hoteldirektor. «Mit Imagepflege wird die Bekanntheit ja allemal auch gesteigert.» 

Recherche im Stadtarchiv

Die Kampagne entstand aus einer Idee der neuen Limmathof-Marketingleiterin Muriel Peterhans, erklärt Diebold. Sie habe sich dafür eigens ins Stadtarchiv begeben und in der Geschichte des Limmathofs geforscht. Vieles liess sich dabei gut als Story für Instagram realisieren. Seit Oktober postet das Limmathof-Team unregelmässig historische Bilder, frühere Werbeflyer und alte Zimmerpreise auf Instagram.

So konnte man zum Beispiel zeigen, dass ein Zimmer im Limmathof vor 100 Jahren lediglich 3.80 Franken kostete. Während damals allerdings noch «Electrische Beleuchtung und Service» mit einem Aufpreis von 50 Rappen berechnet wurde, verlangt der moderne Gast Gratis-WLAN als Mindestanforderung.

Lorenz Diebold zeigt sich allerdings überrascht, wie viele Ähnlichkeiten zum heutigen Hotelbetrieb durch die Zeitreise zutage gefördert wurden. Während man beispielsweise bereits 1980 mit einer speziellen Speisekarte für koschere Menüs auf die Wünsche der jüdischen Gäste reagierte, orientiert sich die Hotelküche bis heute auch an veganen und vegetarischen Foodtrends der Kundschaft.

«Interessant ist, wie viele Parallelen wir zu früher finden konnten. Der Limmathof lebte früher vom Bädertourismus, und auch wenn wir zwischenzeitlich hauptsächlich Businessgäste bedienten, entwickeln wir uns momentan wieder hin zum Freizeit- und Wochenendtourismus.» Welche Bedeutung diese Klientel bereits in der Vergangenheit für den Limmathof hatte, versucht Diebold mit der Social-Media-Kampagne hervorzuheben. Er fügt an: «Es wäre schliesslich auch schön, wenn die Gäste in Zukunft wieder eine Woche anstatt zwei Tage bei uns bleiben.»