Baden
Zeitreise mit den Teddys: wie Technik in das Spielzeug kam

Die neue Sonderausstellung im Teddybärmuseum in Baden zeigt, wie das Spielzeug laufen lernte, und warum Teddys Zeugen der Vergangenheit sind. Sie sind ein Überbleibsel des «Technikwunders» aus dem Industriezeitalter.

Martina Waldis
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Maria Magdalena Kaufmann (l.) und Irène Ludi-Plüss zeigen ihre wertvollen Sammelstücke aus vergangenen Zeiten. Annika Bütschii

Maria Magdalena Kaufmann (l.) und Irène Ludi-Plüss zeigen ihre wertvollen Sammelstücke aus vergangenen Zeiten. Annika Bütschii

Alles begann mit dem Teddy aus Kindheitstagen, den Maria Magdalena Kaufmann zu ihrem 20. Geburtstag wiedergeschenkt bekam. «Dieses Ereignis hat mir den Ärmel reingenommen», sagt Kaufmann. Und sie fing an, aktiv Teddys zu sammeln.

«Der Teddy als Spielzeug interessiert mich vor allem wegen der Geschichten, die in ihm stecken», sagt sie. «Je älter, desto interessanter sind die Bären.» Heute – 30 Jahre später – ist Kaufmann stolze Besitzerin einer umfangreichen Sammlung von antiken Teddys.

Im «Teddybär-Museum» präsentiert sie die wertvollen Stücke zusammen mit antiken Spielsachen. «Für mich ist es manchmal schwierig, die Leute davon zu überzeugen, dass es nicht nur ein einfaches Spielzeug ist», sagt Kaufmann. «Teddys sind ein beseeltes Spielzeug. Sie repräsentieren auch einen politischen und gesellschaftlichen Zeitgeist.»

Zurück in die Vergangenheit

Zeitgeist will Kaufmann auch in ihrer neuen Ausstellung «Als das Spielzeug laufen lernte» einfangen. Zusammen mit ihrer langjährigen Freundin Irène Ludi-Plüss stellt Kaufmann das Projekt auf die Beine. Ludi-Plüss ist ebenfalls Sammlerin.

Sie interessiert sich allerdings mehr für sogenannte «Battery toys». «Die Technik dieser Spielzeuge fasziniert mich», sagt Plüss.

Sie sind ein Überbleibsel des «Technikwunders» aus dem Industriezeitalter. Kaufmann und Ludi-Plüss demonstrieren in der Sonderausstellung, wie sich die Beweglichkeit der Tiere im Laufe der Zeit verändert hat. «Viele Erwachsene fühlen sich in ihre Kindheit zurückversetzt, wenn sie die Spielsachen sehen», sagt Ludi-Plüss. Interessant ist, dass auch tatsächlich mehr Erwachsene als Kinder das Museum besuchen.

«Die Spielsachen erinnern an vergangene Zeiten und wecken Jugendgefühle», sagt Kaufmann. «Heute würde man solche mechanischen Spielsachen verbieten, weil sie für kleine Kinder zu gefährlich sind. Sie sind eigentlich vielmehr Kunst- und Sammelobjekte.» Für Ludi-Plüss und Kaufmann stehen die Freude und Begeisterung an den Spielsachen im Vordergrund. «Wenn wir dies den Besuchern weitergeben können, dann hat sich der Aufwand gelohnt», sagt Kaufmann.

Ausstellung, Obere Halde in Baden: 3. März bis 14. April; Mittwoch, Samstag, Sonntag von 13.30 bis 17 Uhr.