Am Aktionstag des kantonalen Themenjahres #ZeitsprungIndustrie, lanciert vom Netzwerk Industriewelt Aargau, konnten Besuchende im ganzen Kanton an authentischen Schauplätzen an Workshops, Führungen und interaktiven Programmen teilnehmen und sogar selbst tätig werden. So öffneten in Baden das Museum Langmatt, das Historische Museum Baden, das Oederlin- und das Merker-Areal ihre Tore und boten ein vielseitiges Programm an, heisst es in einer Mitteilung der Organisatoren.

Der Tag startete im Historischen Museum mit einem Vortrag des Vereins Melonenschnitz über die anfänglich dominierende Textilindustrie und ihr plötzliches Ende, gefolgt von einem Rundgang der Limmat entlang. Im Museum installierte währenddessen der Täschner Peter Fasnacht seine temporäre «Werkstatt» und Marianne Kiel arbeitete am Spinnrad. Gross und Klein schauten begeistert zu und durften sogar selbst mitanpacken. Beim audiovisuellen Rundgang durch das Merker-Areal wurde sinnlich und stimmig über die Geschichte der einstigen Metallwarenfabrik und ihrer Gründerfamilie Merker berichtet. Der selbstgeführte Rundgang mit Kopfhörer ist keine einmalige Sache, sondern kann während des ganzen Jahres gebucht werden (Reservation: audiorundgang@merker-areal.ch).

Werkstatt für Filzkurse im Oederlin-Areal

Auch auf dem Oederlin-Areal spürt man noch den Geist einer einstigen Produktionsstätte. Hier entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Wasserhahnen und Armaturen. Seit rund 30 Jahren werden grosse und kleine Räume neuen Nutzungen aus den Bereichen Handwerk, Dienstleistung oder Kultur geöffnet. Einer davon ist Filzquadrat, die Werkstatt für Handfilz- und Filzkurse. Am Manufaktur-Sonntag belebte Stefanie Hofmann das stillgelegte Industrieareal und gab einen Einblick in ihr Handwerk und das Kursangebot.

Auch das Museum Langmatt besann sich auf seine industriellen Wurzeln. Sarah Cserna nahm die Besucherinnen und Besucher im Rahmen von #ZeitsprungIndustrie mit auf eine Reise durch die Sammlung französischer Impressionisten mit besonderem Fokus auf technische Innovationen und beleuchtete die Villen-Architektur von Karl Moser.

Schauspielerin zeichnet Leben einer Arbeiterfrau nach

Ein besonderes Highlight zum Abschluss am Sonntagnachmittag stellte die Führung des Historischen Museums Baden zur Frühindustrialisierung dar. Die Führung, geleitet von Heidi Pechlaner Gut, hob sich durch eine gelungene Theatereinlage bei einem ehemaligen Kosthaus ab. Die Schauspielerin Daniela Brönnimann porträtierte überzeugend eine Arbeiterfrau aus der Zeit der Frühindustrialisierung, die aus ihrem harten Fabrikalltag berichtete. (az)