Sie sind im Dorf wohlbekannt, wenn auch eher bei der älteren Generation: Alt-Gemeinderat (1988 bis 1995) Franz Notter oder Primarlehrerin Helene Schrutt-Siegrist, die bis zu ihrer Pensionierung in Würenlos unterrichtet hat.

Im aktuellen Mitteilungsheft der Heimatkundlichen Vereinigung Furttal (HVF) erzählen sie als Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs von ihren Erlebnissen aus der damaligen Zeit. Sie sind zwei von neun Würenlosern, die Karl Wiederkehr für das 70 Seiten starke Themenheft interviewt hat.

Die aktuelle Ausgabe des jährlich erscheinenden Mitteilungshefts trägt zwar den Titel «Würenlos im Zweiten Weltkrieg», befasst sich aber nicht nur mit Würenlos, sondern thematisiert insbesondere auch den Ausbau der Limmatstellung: «Sie war auch schon zur Römerzeit eine militärische Verteidigungslinie zur Sicherung des Mittellandes gegen einen Einfall von Norden», schreibt Wiederkehr, der selber seit 1975 in Würenlos lebt.

Der Hobbyautor beschreibt auf den folgenden Seiten, wie die stationierten Soldaten das Leben in den umliegenden Dörfern, insbesondere auch Spreitenbach und Killwangen, verändert haben.

So füllten die Soldaten «schlagartig alle verfügbaren Lokale der betroffenen Region zwischen Limmat und Reuss». Teils kommunizierten die Soldaten über die Limmat hinweg mithilfe eines Seils, das bei der Furtbachmündung über den Fluss gespannt war.

Daran zogen sie eine Tasche mit Meldungen hin und her. Berichtet wird auch vom Lager, das für die entmilitarisierten polnischen Soldaten in den Baracken auf dem Sennenberg eingerichtet wurde.

Von der Tochter inspiriert

Ein eigenes Kapitel ist der Volksschule Würenlos gewidmet. Es beschreibt, wie sich die Schule der Kriegszeit und den veränderten Bedingungen angepasst hat.

Das Thema war eigentlicher Auslöser für das aktuelle Mitteilungsheft des HVF. So hat die Tochter des Autors, Sonja Burmaci-Wiederkehr, im Rahmen ihrer Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule eine Arbeit zum Thema geschrieben. «Ich war früher selber Lehrer und fand die Arbeit meiner Tochter sehr spannend», sagt der 70-jährige Autor.

«Ich wollte das Thema ausbauen und habe mit den Zeitzeugen gesprochen.» Fotos und Skizzen bekam er von Alteingesessenen. «Gemeindeschreiber Daniel Huggler stellte zahlreiche Dokumente zur Verfügung und der Birmenstorfer Lokalhistoriker, Max Rudolf, stellte freundlicherweise sein Heft ‹Abwehr in Nahaufnahme: Probleme der Limmatverteidigung 1939/1940 im Abschnitt Spreitenbach-Killwangen›, zur Verfügung», zählt Wiederkehr auf.

«Eigentlich wollte ich das Material in den Würenloser Neujahrsblättern veröffentlichen», sagt Wiederkehr. Doch dann traf er zufälligerweise Ursula Maurer, die damalige Präsidentin des HVF, und erzählte ihr von seiner Recherche. Inzwischen hat Françoise Roth das Präsidium übernommen.

«Für unsere Vereinigung war dies eine grossartige Gelegenheit, nach längerer Zeit wieder etwas über Würenlos zu machen», sagt Roth. Würenlos gehöre zum Furttal, aber durch die Anbindung ans Limmattal sei das Dorf in den letzten Jahren etwas zu kurz gekommen.

«Wir wollen Würenlos wieder stärker einbinden in der heimatkundlichen Vereinigung», sagt Roth. Deshalb findet auch die öffentliche Vernissage des Büchleins in Würenlos statt.

Vernissage: Sonntag, 15. Januar 2017, 11 Uhr, in der alten Kirche Würenlos, Schulstrasse 21.

Heftverkauf: Ab 15. Januar kann das Mitteilungsheft «Würenlos im Zweiten Weltkrieg» für 20 Franken bestellt werden via philippe.roth@bluewin.ch.